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Sozialwohnungen ja, aber wo?

Nördlicher Ring: Quote von 20 Prozent wird durch Bindungstausch über Stadt verteilt.

Von Marion Korth, 03.02.2016.

Braunschweig. So war es immer ’rübergekommen: Im Neubaugebiet Nördlicher Ring werden zu 20 Prozent Sozialwohnungen entstehen, doch dem ist nicht so, wie auf eine Anfrage der Grünen hin gestern konkretisiert wurde.

Tatsächlich werden nicht im Baugebiet selbst, sondern durch das neue Baugebiet an anderer Stelle im Stadtgebiet Sozialwohnungen entstehen, erläuterte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. Möglich wird das durch den sogenannten „Bindungstausch“. Dabei benennen die Baugenossenschaften frei stehende Wohnungen anderswo, die zukünftig als Sozialwohnungen mit günstigeren Mieten angeboten werden. Ein stadtweites Konzept vorzulegen, wie diese Wohnungen im Sinne einer guten sozialen Durchmischung verteilt werden sollen, lehnte er jedoch ab. Im Dialog mit Eigentümern und Baugenossenschaften könne ein gleichgutes Ergebnis erzielt werden.
„Der Dialog reicht nicht“, sagte Grünen-Fraktionschef Holger Herlitschke. Er forderte, Geld in die Hand zu nehmen und Belegungsrechte zu kaufen. Dies sei für die Hauseigentümer auch nicht von Nachteil, da die Bestandsmieten in Braunschweig bei 5,25 Euro je Quadratmeter, der Sozialwohnungssatz mit entsprechender Bindung aber bei 5,45 Euro liege.

Auch bei der Sanierung im Bestand müsse behutsam vorgegangen werden, damit dort nicht die Mieten steigen, sagte Leuer. Bibs-Ratsherr Peter Rosenbaum hatte auf „massive Beschwerden“ aus der Jahn- und Kalandstraße aufmerksam gemacht. In der Schuntersiedlung würden Häuser unter fragwürdigen Umständen „geleert“, indem Schornsteine abgerissen würden, damit die Mieter ausziehen.

Auch private Projekte wie auf dem ehemaligen Noltemeyergelände (230 Wohneinheiten) sollen zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt beitragen. 2015 seien bei der Stadt Bauanträge und -anzeigen für 1069 Wohneinheiten gestellt worden. Im Durchschnitt der Jahre zuvor waren es nur 560.
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1 Kommentar
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Susanne Schmedt aus Braunschweig - Innenstadt | 06.02.2016 | 09:39  
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