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Soziale Verantwortung geht vor

Schweinegrippe: Im Städtischen Klinikum wurden Mitarbeiter in dieser Woche geimpft

Von Marion Korth

Braunschweig. „Wir haben eine soziale Verantwortung unseren Patienten gegenüber.“ Dieses Argument wiegt für den Ärztlichen Direktor des Städtischen Klinikums, Professor Dr. Horst Kierdorf, am schwersten.

Aber auch sonst gibt es für das medizinische Personal gute Gründe, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen.
Der „Chef“ ging am Dienstag erst einmal mit gutem Beispiel voran. Auch im Krankenhaus werde das Für und Wider der Impfung heftig diskutiert. „Da ist vor allem die Sorge um die Nebenwirkungen“, sagt Kierdorf. Tatsächlich seien die akuten Nebenwirkungen etwas stärker als bei einer „normalen“ Impfung. Schmerzen im Oberarm, eventuell Fieber können Folgen sein.
Aber die Entscheidung für diesen Impfstoff sei bereits im April getroffen und genau abgewogen worden. In 93 Prozent der Fälle sei bereits die Erstimpfung erfolgreich. Bei anderen Stoffen liege die Quote bei 70 Prozent.
Eine Besonderheit ist, dass sich bislang vor allem jüngere Menschen mit dem neuen H1N1-Virus infiziert haben. Am ehesten betroffen seien die Menschen zwischen 15 und 55 Jahren – genau in diese Altersgruppe fallen die Klinikumsmitarbeiter, die durch den starken Publikumsverkehr sowieso einem stärkeren Infektionsrisiko ausgesetzt seien. Wenn es mit der Schweinegrippe doch noch schlimmer wird, dann ist es wichtig, dass das Krankenhauspersonal nicht selbst im Bett liegt. Und vor allem: Dass die Mitarbeiter das Virus nicht weitertragen und Menschen anstecken, die ohnehin geschwächt sind. „Da haben wir auch eine Verantwortung unseren Familien zu Hause gegenüber“, sagt Arbeitsmedizinerin Gesa Horst-Schaper. Sie und ihre Kollegen nehmen die Impfungen an den verschiedenen Klinikstandorten vor.
Die Grippe verlaufe zum Teil kaum bemerkbar, aber es gibt immer wieder auch andere Meldungen. „Ich war gerade bei einer Tagung in Kalifornien. Dort ist die Impfbereitschaft von Null auf 100 gestiegen, nachdem es Meldungen über Tote gegeben hat“, sagt Kierdorf. Um die medizinischen Zentren herum hätten sich lange Warteschlangen gebildet.
Ansonsten müsse jeder selbst in einer Nutzen- und Risikenanalyse zu einer Entscheidung kommen. Wer beruflich nur mit Akten zu tun hat, kommt danach möglicherweise zu einem anderen Schluss als die Mutter mit noch kleinen Kindern.
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