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Sonnige Aussichten

Lohnt sich eine Solaranlage auf dem Hausdach? Antworten im Internet

Von Marion Korth

Braunschweig. Im Internet geht die Sonne auf: www.braunschweig.de „Sun-Area“. Zwei Clicks, um Straße und Hausnummer einzugeben, kurz warten und schon ist zu sehen, ob die Dachfläche des Hauses geeignet ist, um eine Solaranlage wirtschaftlich zu betreiben.

Braunschweig ist die erste und bisher einzige Stadt, die aus eigenem Willen und Antrieb das Stadtgebiet hat untersuchen lassen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse dem Bürger kostenlos zur Verfügung stellt. Das sagte Projektleiterin Dr. Martina Klärle, als sie das Projekt Sun-Area gemeinsam mit Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink vorstellte. Seit Mittwoch sind die Daten im Internet unter www.braunschweig.de abrufbar. Außer der prinzipiellen Eignung eines Hausdaches wird auch angegeben, wie viel Strom erzeugt und wie viel klimaschädliches Kohlendioxid eingespart werden könnte.
Das Ergebnis des Sun-Area-Projektes ist wirklich erhellend: Würden alle nach Süden ausgerichteten und optimal geneigten Dachflächen mit Solartechnik versehen, so könnte Braunschweig fast 70 Prozent des privaten Stromverbrauchs allein mit Sonnenenergie decken. Die Folge: Jährlich würden 130 000 Tonnen weniger CO² in die Atmosphäre gelangen. Um dieses Ziel zu erreichen, wären Investitionen in Höhe von knapp einer Milliarde Euro erforderlich. Martina Klärle hält aber selbst fünf Prozent für einen Erfolg. „Ich wollte nachweisen, dass jeder etwas tun kann.“ Dieser Nachweis ist gelungen, das Potenzial ist da.
Nicht zu allen Häusern findet sich eine Angabe. Das liegt daran, dass die Daten der Messflüge aus dem Jahr 2003 stammen, danach gebaute Häuser nicht erfasst wurden. Der andere Grund: Nicht immer ließen sich genug Messpunkte ermitteln, um eine verlässliche Aussage treffen zu können. Der Rückgriff auf die „alten“ Daten hat aber zwischen 50 000 und 90 000 Euro Flugkosten gespart.
Gewinnbringend sind die gewonnenen Erkenntnisse. Rot heißt „sehr gut geeignet“, orange immer noch „gut geeignet“. Das gilt für Solarstrom-, also Photovoltaikanlagen. Solarthermieanlagen können auch die diffuse Sonnenstrahlung nutzen. Durch eine entsprechende Eingabe kann auch dies überprüft werden.
„Kopfzerbrechen“, sagt Klärle, habe ihr die Berechnung des Schattenwurfs im Lauf der Tages und der Jahreszeiten gemacht, um den Ausnutzungsgrad einer Solaranlage bestimmen zu können. Der Computer habe schließlich zwei Wochen am Stück gerechnet, bis er die Ergebnisse liefern konnte. Die mathematischen Formeln hat die Geoinformatikerin Klärle im Rahmen eines vom Land bezahlten Forschungsprojektes an der Fachhochschule Osnabrück erarbeitet. In Braunschweig wurden sie nun erneut gewinnbringend eingesetzt. Stadtbaurat Zwafelink hofft, dass die Daten nun „Anstoß für private Investitionen“ geben.
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