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„So etwas haben wir noch nicht erlebt“

Massenunfall auf der A2 am Sonntag: 66 Menschen verletzt, 73 Unfälle mit 259 Fahrzeugen

Von Marion Korth

Braunschweig. „So etwas haben wir auf unserem Streckenabschnitt noch nicht erlebt.“ Hans-Ludwig Sämann war am Sonntagabend nach einem Massenunfall auf der A2 zusätzlich in die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Braunschweig beordert worden.

„Nach kurzfristigem Starkregen und im Anschluss aufreißender Wolkendecke mit Sonneneinstrahlung“, so beschreibt es die Polizei, hätten diverse Autofahrer auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren. Zwischen den Bereichen Peine und Braunschweig sind bei den Unfällen 66 Menschen zum Teil schwer verletzt worden.
Mehrere hundert Einsatzkräfte waren im Einsatz. Auf dem Autobahnparkplatz Röhrse Nord hatte die Feuerwehr eine Sammelstelle eingerichtet, um die Verletzten zu behandeln. Die Krankenhäuser der Umgebung wurden in Alarmbereitschaft versetzt.
Ein Rückstau nach einem Unfall auf der A2 bei Lehrte hatte eine Kettenreaktion ausgelöst. Als Folge kam es zu mehreren Massenunfällen mit bis zu 20 beteiligten Fahrzeugen. Auf einer Länge von rund 30 Kilometern zwischen dem Autobahnkreuz Braunschweig-Nord und der Anschlussstelle Hämelerwald zählte die Autobahnpolizei Braunschweig insgesamt 73 Unfälle mit 259 beteiligten Fahrzeugen.
„Es war einfach die Masse. Es war stressig, überhaupt einen Überblick zu bekommen, wo die Schwerpunkte sind, und wie wir da hinkommen können“, sagte Sämann. Die Schwierigkeit für die Rettungskräfte sei es, die Schwerverletzten zu finden, die sich nicht mehr regen können.
Trotz der Vielzahl der Beteiligten hätte jedoch keine wilde Panik geherrscht. Viele derjenigen, die ohne Verletzungen davongekommen sind, hätten unter Schock gestanden. „So etwas haben die noch nicht erlebt, wir aber auch nicht“, sagte Sämann. Wie geht es ihm und seinen Kollegen zwei Tage danach? „Ganz normaler Dienstbetrieb“, meint Sämann. Psychisch sei es viel belastender, wenn es drei, vier Stunden dauert, bis ein eingeklemmter Lkw-Fahrer aus seiner Kabine geborgen werden kann.
Jetzt beginne vor allem die „taktische Aufarbeitung“. Wie klappte das Zusammenspiel der beteiligten Kräfte, wo hat es gehakt? „Und wir Kollegen unter uns, wir sprechen natürlich auch darüber“, sagte Sämann. Für ihn bleibt als Fazit: „Wir können drei Kreuze machen, dass das nicht an einem normalen Werktag passiert ist und kaum Lkw unterwegs waren.“
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