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Siemens erhält Großauftrag

Signaltechnik aus Braunschweig für Kopenhagen.

Braunschweig (mak). 07.08.2011

Der dänische Bahninfrastrukturbetreiber Banedanmark hat die Siemens AG mit der Modernisierung der gesamten Signaltechnik des Kopenhagener S-Bahn-Netzes beauftragt.

Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, handelt es sich um ein Auftragsvolumen von insgesamt 252 Millionen Euro und damit um den größten Bahnautomatisierungsauftrag, den Siemens je erhalten hat. Siemens Mobility in Braunschweig ist an der Auftragsentwicklung federführend beteiligt: Ein Großteil der Technologie, die den Nahverkehr in der dänischen Hauptstadt attraktiver machen soll, wird hier gefertigt. Insbesondere das vollautomatische Zugbeeinflussungssystem „Trainguard MT“, das künftig die Kapazität und Zuverlässigkeit des S-Bahn-Betriebes erhöht, wurde in der Braunschweiger Ackerstraße entwickelt, am weltweit größten Bahnautomatisierungsstandort von Siemens. Hier wird das System in den kommenden Monaten auf die speziellen Anforderungen des Kunden angepasst. Außerdem liefern die Braunschweiger wichtige Teile der Stellwerkstechnik nach Kopenhagen.

170 Kilometer Liniennetz werden von Siemens mit dem automatisierten Zugbeeinflussungssystem auf Funkbasis ausgerüstet. Eine Herausforderung dabei: Die Installation erfolgt unter „rollendem Rad“. Die derzeit eingesetzten 135 S-Bahnzüge, die Arbeitsfahrzeuge sowie die Bahnstrecken der sieben Kopenhagener Linien werden bis 2018 modernisiert. Durch den Ersatz der teilweise mehr als 50 Jahre alten Signaltechnik sollen Kapazität und Zuverlässigkeit des Netzes erhöht werden. Gleichzeitig senken die modernen Systeme den Energieverbrauch. Bereits Ende 2014 soll die erste von sechs Baustufen mit der neuen Signaltechnik in Betrieb gehen.
Das System Trainguard MT, eine Entwicklung von Siemens Mobility in Braunschweig, umfasst alle Funktionen, die für die Überwachung, Durchführung und Steuerung des gesamten Betriebsablaufs im Kopenhagener S-Bahn-Netz notwendig sind. Über ein Funknetz werden kontinuierlich Daten zwischen der Leitzentrale und der Streckenausrüstung mit dem Schienenfahrzeug ausgetauscht. Darüber kann die Position jedes Zuges exakt geortet werden. Die optimale Geschwindigkeit sowie der Raumabstand zwischen zwei Zügen werden während der Fahrt laufend neu berechnet und direkt an die Zugsteuerung auf den Fahrzeugen übermittelt. Das ermöglicht dichtere Taktzeiten, so dass mehr Züge eingesetzt werden können.
In Kopenhagen wird zunächst ein teilautomatisierter Betrieb realisiert. Der Vertrag beinhaltet aber die Option, zu einem späteren Zeitpunkt auf den fahrerlosen Betrieb umzustellen. „Siemens in Braunschweig verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet funkbasierter Lösungen für Metros, Regional- und Fernbahnen. Weltweit sind unsere Trainguard-Systeme erfolgreich in Betrieb“, so Jochen Eickholt (Siemens Business Unit Rail Automation).
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