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Sie helfen den Schwächsten

Kranke und behinderte Kinder werden von der Kroschke-Stiftung unterstützt

Von Martina Jurk, 30.12.2009

Braunschweig. Ein krankes Kind – für Eltern ein Albtraum. Die medizinische Versorgung ist gesichert, aber alles andere nicht. Das erkannten die Unternehmer Klaus und Christoph Kroschke und gründeten die gleichnamige Stiftung. Sie will helfen, dass kranke Kinder gesund werden, gesund bleiben oder lernen, mit ihrer Krankheit besser umzugehen.

Alles fing mit einem Pavillon am Kinderkrankenhaus Holwedestraße an. „Für ein Spielzimmer war kein Geld da“, erinnert sich Klaus Kroschke. Sein Bruder Christoph hat sechs Kinder. „Als die noch klein waren, stellte er immer wieder fest, dass es in Krankenhäusern wenig kindgerecht zugeht.
Die Idee entstand, sich dafür zu engagieren“, erzählt der 62-Jährige. Für die Brüder stand im Vordergrund, gezielt zu helfen – nicht Einzelnen, sondern Initiativen und Gruppen und damit vielen Kindern. So ist die Stiftung seit Jahren Partner des Vereins Kindernetzwerk, der Dachorganisation vieler Elterninitiativen und Selbsthilfegruppen. Die Stiftung setzt sich besonders für chronisch kranke und behinderte, vor allem für herzkranke, blinde und sehbehinderte Kinder ein. Seit ihrer Gründung 1993 wurden etwa 250 Projekte in ganz Deutschland gefördert.
„Welches Ausmaß das Engagement einmal annehmen wird, wie groß der Themenkreis der Hilfe für kranke Kinder ist, habe ich mir bei der Absicht, eine Stiftung zu gründen, so nicht vorgestellt. Ich wusste auch nicht, dass es so viele verschiedenartige Krankheiten gibt“, gesteht Klaus Kroschke. Auch für Gerd-Ulrich Hartmann war das eine neue Materie, als er vor vier Jahren als ehrenamtliches geschäftsführendes Vorstandsmitglied bei der Kroschke Stiftung einstieg. Ob Brandverletzungen, Soma – Missbildungen im Analbereich, oder NCL – eine unheilbare Stoffwechselkrankheit, deren Folge ein zunehmendes Absterben von Nervenzellen ist, rund 50 Anträge werden im Jahr an die Stiftung gestellt.
Die Kroschke-Stiftung fördert neben der Hilfe im Krankenhaus auch Forschungsprojekte. Sichere Narkose für Kinder im frühen Lebensalter ist so ein Projekt an der Medizinischen Hochschule Hannover. „Ein Leben beginnt“ – ein informativer Film für junge Familien oder Tiergestützte Pädagogik am Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover sind weitere Projekte, die die Bandbreite des Themas Hilfe für Kinder verdeutlichen.
Fast eine Million Euro hat die Stiftung von 2005 bis 2008 für das Wohl kranker und behinderter Kinder aufgewendet. Allein rund 248 000 Euro davon für den Kinderschutz. „Das Thema liegt uns sehr am Herzen, vor allem der Schutz vor Misshandlung und Vernachlässigung“, sagt Gerd-Ulrich Hartmann.
Regionale „Koordinierungszentren Kinderschutz“ in Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Oldenburg sollen mit Unterstützung des Landes Niedersachsen aufgebaut werden. Für Braunschweig und Hannover finanzierte die Kroschke Stiftung eine wissenschaftliche Untersuchung der Ist-Situation.
Niemand ahnt auf den ersten Blick, was sich hinter dem nüchternen Projektnamen verbirgt. „Ziel ist es, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem Misshandlungen schneller als solche erkannt werden können, vornehmlich bei Null- bis Sechsjährigen“, erläutert Hartmann. Um auf dem Gebiet des medizinischen Kinderschutzes überregionale Kompetenz zu erlangen, machen Ärzte des Kinderkrankenhauses auf der Bult in Hannover eine Weiterbildung in den USA, die von der Stiftung mit 137 000 Euro gefördert wird – eine der größten Summen für ein Projekt. Kindergynäkologie zur Abklärung sexuellen Missbrauchs, Kinderradiologie zur Erkennung spezifischer Knochenbrüche, klinische Kinderschutzarbeit sind die Bereiche, in denen die Ärzte vier bis acht Wochen lang hospitieren.
Als jüngstes Stiftungsprojekt wurde jetzt die Unterstützung des Netzwerks für die Versorgung schwerkranker Kinder vorgestellt, damit lebensbedrohlich erkrankte Kinder und Jugendliche künftig besser zu Hause versorgt werden können. An dem Netzwerk beteiligen sich neun Elterninitiativen und 16 Kliniken, das unter anderen von der Kroschke Stiftung mitfinanziert wird.
„Unsere Unternehmen stehen gut da“, spricht Klaus Kroschke auch für seinen Bruder, „und wir wollen soziale Verantwortung übernehmen. Es ist ein gutes Gefühl, einen Teil dazu beizutragen.“
Nachfolgend zeigen wir an zwei Beispielen, wie mit dem Geld der Kroschke-Stiftung konkrete Hilfe geleistet wird.

Service:
• Das Stiftungsvermögen beträgt rund eine Million Euro.
• Die Kroschke Stiftung hat ihren Sitz in Braunschweig und Ahrensburg und konzentriert ihre Aktivitäten vor allem auf Einrichtungen in Norddeutschland.
• Alle zwei Jahre wird der Kroschke Förderpreis „Beispielhafte Hilfe für kranke Kinder“ vergeben, der mit 7500 Euro dotiert ist. 2006 und 2008 hat die Stiftung darüber hinaus vier Anerkennungspreise in Höhe von jeweils 1000 Euro ausgelobt. 2008 bekam der Verein Refugio aus Bremen, der Therapien für traumatisierte Flüchtlingskinder anbietet, den Förderpreis.
• Der Freundeskreis unterstützt die Stiftung und finanziert kleinere Projekte.
• Ansprechpartner: Gerd-Ulrich Hartmann, Kroschkestraße 1, 38112 Braunschweig, Telefon: 3 18-5 05, E-Mail: hartmann@kinderstiftung.de
• Informationen: www.kinderstiftung.de
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