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Service unter einem Dach

Soziales und Gesundheit in sanierter Kaserne.

Von Martina Jurk, 05.10.2011

Braunschweig. Was man aus einer alten Kaserne machen kann, weckt sogar das Interesse anderer Kommunen: wichtige Abteilungen der Sozialverwaltung unter einem Dach.

Wichtige Abteilungen des städtischen Fachbereichs Soziales und Gesundheit sind jetzt unter einem Dach in der Naumburgstraße 25 zu erreichen. Sie befanden sich zuvor an verschiedenen Standorten in der Stadt. Das neue Gebäude, das gestern seiner Bestimmung übergeben wurde, ist zu einhundert Prozent barrierefrei und verfügt über Hinweise in Blindenschrift. In zwei Jahren Bauzeit hat die Stadt zwei Gebäude der ehemaligen Leutnant-Müller-Kaserne für rund fünf Millionen Euro saniert und durch einen Zwischentrakt miteinander verbunden.
In der Naumburgstraße 25 befinden sich jetzt die Abteilungen „Soziale Sicherung, Behindertenhilfe, Rechtsangelegenheiten“ und „Wohnen und Senioren“ sowie die Verwaltung des Fachbereichs Soziales und Gesundheit. Die Abteilung „Soziale Sicherung, Behindertenhilfe, Rechtsangelegenheiten“ beschäftigt sich unter anderem mit Eingliederungshilfe (zum Beispiel betreutes Wohnen für behinderte Menschen und andere Maßnahmen für Menschen mit Behinderung), Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch XII für ambulante und stationäre Hilfe zur Pflege sowie Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie Hilfe zum Lebensunterhalt. Die Abteilung „Wohnen und Senioren“ bearbeitet unter anderem Wohngeldanträge, hilft Wohnungslosen und Menschen, die von Wohnraumverlust bedroht sind. Das Seniorenbüro bleibt aber im Gebäude Kleine Burg 14 in der Innenstadt.
Das Gebäude wurde Mitte der 1930er Jahre als Kaserne erbaut. Pläne der Stadt, das Gebäude anderweitig zu nutzen, gab es bereits seit 1995. Sie wurden verworfen, neue Pläne entstanden, Verwaltungseinheiten an einem Standort zu bündeln. Die Gebäude, die genutzt wurden „Am Fallersleber Tore 1“ und „Augusttorwall 1“ waren nicht behindertengerecht und damit beschwerlich zu erreichen. „Wir freuen uns auf das, was nun gelungen ist und hoffen, dass die Dienstleistungen noch besser werden“, sagte Sozialdezernent Ulrich Markurth. Das Gebäude ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln der Buslinien M11 und 431 (Haltestelle Klinikum Salzdahlumer Straße) zu erreichen. Markurth kündigte Gespräche mit der Verkehrs AG an, auch behindertengerechte Busse in diese Richtung fahren zu lassen.
Für Heinz Kaiser, Erster Vorsitzender des Behindertenbeirats, ist das neue Gebäude zukunftsweisend, da es zu einhundert Prozent der UN-Behindertenrechtskonvention entspräche. Es biete eine über das übliche Maß hinausgehende Ausstattung mit barrierefreien Zugängen, behindertengerechten WCs sowie einer für Sehbehinderte fühlbaren Wegeführung und Beschilderung. Die Ausstattung solle außerdem noch mit Hörgeräten komplettiert werden.
„Das ist der bisher größte Umzug innerhalb der Stadtverwaltung“, sagte Fachbereichleiter Martin Klockgether. Rund 200 Mitarbeiter hätten den Kraftakt in mehreren Wochen bewältigt. Verbessert habe sich für die Mitarbeiter die Raum- und Parkplatzsituation. Sie würden jetzt 139 Büros, 35 Nebenräume (WCs, Teeküchen, Kopierräume) sowie 45 Räume zur Lagerung von Akten nutzen. Durch die Unterbringung der Abteilungen in einem Gebäude würden verwaltungsintern erhebliche Synergieeffekte entstehen.
Eine besondere Idee hatte die Künstlerwerkstatt der Stiftung Neuerkerode. Eigene Kunstwerke als Dauerleihgabe verschönern die ehemaligen Gewehrnischen der früheren Kaserne.
Öffnungszeiten: montags, mittwochs und freitags von 9 bis 12.30 Uhr. Die Abteilung „Wohnen und Senioren“ ist montags nur am Nachmittag von 15 bis 18 Uhr geöffnet, an den übrigen Tagen gelten die allgemeinen Sprechzeiten.
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