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Senioren behalten Steuer in der Hand

Verkehrsgerichtstag: Keine obligatorischen Tests

. Von Birgit Leute, 28.01.2017.

Goslar/Braunschweig. Sollten ältere Autofahrer regelmäßig zu Fahr- und Gesundheitstests? Mit dieser Frage beschäftigte sich der 55. Deutsche Verkehrsgerichtstag, der in dieser Woche in Goslar tagte. Rund 2000 Experten aus Ministerien, Behörden, Gerichten, Verbänden und Autoclubs nahmen dabei zu aktuellen Verkehrsthemen Stellung.

Zum Abschluss wurden eine Reihe von Empfehlungen an die Politik ausgesprochen. So viel ist klar: Eine echte Notwendigkeit, Senioren zu obligatorischen Tests zu schicken, sieht der Verkehrsgerichtstag nicht, allerdings plädieren die Experten für eine freiwillige Überprüfung.

„Wir unterstützen diesen Ansatz“, betont Birgitt Grande von der Verkehrswacht Braunschweig. Bereits seit mehreren Jahren bietet der Verein ein Verkehrssicherheitstraining für Autofahrer über 65 Jahren an. Die Kurse seien stark nachgefragt. „Wir haben viele Teilnehmer, die einfach noch einmal wissen wollen, ob sie mit dem Verkehr zurechtkommen“, so Grande.

Die obligatorischen Tests hatte unter anderem die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) gefordert. „Spätestens ab dem 75. Lebensjahr sollten Untersuchungen verpflichtend sein“, sagte DAV-Fachanwalt Christian Funk zu Beginn des Verkehrsgerichtstags. Grund: Jeder zweite Geisterfahrer sei älter als 65.

So weit wollten die Teilnehmer der Tagung dann doch nicht gehen, riefen allerdings in ihren Empfehlungen die älteren Autofahrer auf, „in Eigenverantwortung zu prüfen, ob und wie sie auf eventuelle Einschränkungen ihrer Fahreignung angemessen reagieren müssen“. Außerdem schlugen die Experten „qualifizierte Rückmeldefahrten“ vor – also Fahrten, bei denen die Rentner in Abständen aufgezeigt bekommen, ob eine Beeinträchtigung vorliegt. Weitere Themen des 55. Verkehrsgerichtstags waren unter anderem härtere Strafen für die Benutzung des Smartphones während der Fahrt.

Informationen zum Fahrtraining der Verkehrswacht für Senioren unter Telefon 3 90 72 22.
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1 Kommentar
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Achim Klaffehn aus Helmstedt | 29.01.2017 | 14:12  
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