Anzeige

Selten laut, immer deutlich

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz forderte den Mut zu klaren Worten und kontroversen Debatten und löste diesen Anspruch mit seiner engagierten Rede selbst ein. Foto: Susanne Hübner

Aufbruchstimmung auf dem Schlossplatz – SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in Braunschweig

Von Marion Korth, 15. September 2017.

Braunschweig. Alternativlos? Von wegen! SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz machte seinem Publikum am Donnerstagnachmittag auf dem Schlossplatz noch einmal klar, was ihn und Kanzlerin Angela Merkel unterscheidet. Routiniert drehte er die Themenrunde.

Arbeit: Schulz tritt für einen Rechtsanspruch auf die Rückkehr von der beruflichen Teilzeit in die Vollzeit ein, prangerte die ungleiche Behandlung von Zeitarbeitern an und will der willkürlichen Befristung von Arbeitsverträgen „ein Ende machen“. Alle drei Punkte seien mit ihm „nicht verhandelbar“.
Rente: Schulz fordert einen neuen Generationenvertrag. „Wenn wir hier nicht deutlich eingreifen, steigen die Beiträge und wir arbeiten bis 70.“ In diesem Zusammenhang ein weiteres Versprechen: „Wir werden die Bürgerversicherung für alle durchsetzen!“
Bildung: Die dürfe keine Frage des Elternhauses sein. Schulz will die Gebührenfreiheit von der Kita bis zum Studium und auch für den Meisterbrief erreichen. Die 25 bis 30 Milliarden Euro, die die CDU zusätzlich jährlich im Rahmen der Natoverpflichtungen ausgegeben will, sieht Schulz an anderer Stelle. Statt aufzurüsten, fordert er Investitionen in Forschung, Bildung und Infrastruktur.
Wie mühsam das Wahlkampfgeschäft ist, das lässt Schulz mehrfach durchblicken. „Ich bin selbst am Limit“, sagt er. Ständig müsse er nicht nur erzählen, was die SPD, sondern auch das, was die CDU will. Es macht Schulz wütend, dass sich Angela Merkel einer Debatte über die Zukunft der Nation verweigert.
Martin Schulz wird selten laut, haut nicht auf den Putz. Die Herzen der Menschen in seinem überwiegend jungen Publikum erreicht der SPD-Kanzlerkandidat, wenn er die Einheit des Landes („Im Grundgesetz steht nicht, die Würde der Deutschen ist unantastbar, sondern die Würde des Menschen ist unantastbar“) und Europas beschwört („Europa hat uns stark gemacht, es ist unsere Pflicht für dieses Europa zu streiten“). In diesen Augenblicken machen sich Beifall und Aufbruchstimmung auf dem Schlossplatz breit.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.