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Schweinegrippe-Impfstoff: Diskussion mit Nebenwirkungen

Mitte nächster Woche sollen auch Braunschweigs Apotheken die erste Lieferung erhalten

Von Marion Korth

Braunschweig. Noch in dieser Woche kommt die erste Lieferung des Schweinegrippe-Impfstoffes in Niedersachsen an. Geimpft ist zwar noch niemand, aber „Nebenwirkungen“ gibt es trotzdem. Hat der Bund für seine Bediensteten den Impfstoff ohne Wirkverstärker bestellt, weil der besser verträglich ist?

„Nein“, sagt Dr. Harald Scharlach, Pressesprecher des niedersächsischen Landesgesundheitsamts. „Dieser Ganzzellimpfstoff ist nicht besser, auch er kann Nebenwirkungen haben“, sagt er. „Der Bund hat sich darauf festgelegt, bevor es überhaupt um die Schweinegrippe gegangen ist.“ Damals sei die Vogelgrippe und keine Massenimpfung das Thema gewesen. Dass die Menschen jetzt denken, sie bekämen etwas Schlechteres, versteht er. „Das ist dumm gelaufen.“ Aber sonst läuft alles nach Plan.
150 000 Impfdosen diese Woche, rund 80 000 Anfang der nächsten. „Dann haben wir den Grundstock zusammen und können zeitgleich die Apotheken beliefern“, sagt Dr. Harald Scharlach vom Landesgesundheitsamt. In Braunschweig erhalten 13 den Impfstoff und sollen ihn entsprechend der Vorbestellungen an die Ärzte abgeben. Nach der vom Robert-Koch-Institut herausgegebenen Prioritätenliste steht medizinisches Personal für die Impfung mit ganz oben, außerdem Risikopatienten. Danach folgen Jugendliche und junge Erwachsene.
Rund 500 Impfdosen hat das Städtische Klinikum bestellt. „Im November geht es los“, sagt Pressesprecherin Marion Lenz. Aber eine Impfpflicht bestehe auch für die Mitarbeiter nicht. „Als es um die Vogelgrippe ging, haben wir eine erhöhte Bereitschaft zur Impfung festgestellt“, sagt sie. Fraglich, wie es diesmal aussieht. Das Für und Wider der Schweinegrippe-Schutzimpfung wollte auf Anfrage kein Mediziner im Klinikum bewerten.
Die Diskussion um mögliche „Risiken und Nebenwirkungen“ und den Nutzen der Impfung ist entbrannt. In Braunschweig sind seit Juli 124 Schweinegrippe-Fälle bekannt geworden – alle in milder Form verlaufen, akut ist niemand krank. „Aber das wird sich ändern, die Zahlen werden steigen“, sagt Scharlach. „Seit letzter Woche gehen in England die Zahlen hoch und es gibt vermehrt schwerere Verläufe bei Schwangeren.“ Es sei zu erwarten, dass der H1N1-Virus das Geschehen dominieren werde.
Das Robert-Koch-Institut verweist darauf, dass auch im Kampf gegen die saisonale Grippe Impfstoffe mit Wirkverstärker erfolgreich eingesetzt würden, mit besonderen oder vermehrten Nebenwirkungen werde deshalb nicht gerechnet. Einschränkend wird aber auch gesagt, dass der Impfstoff wegen der Kürze der Entwicklungszeit nicht in großem Stil getestet worden ist. In jedem Fall gilt: Wer sich impfen lassen will, sollte Kontakt mit seinem Hausarzt aufnehmen. Von montags bis freitags ist von 10 bis 12 Uhr unter 0511/4 50 55 55 das Info-Telefon des Landesgesundheitsamtes erreichbar.
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