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„Schwarzer Peter“ am Theater

Streik dauert an – Verhandlungen gescheitert

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. Keine Ende in Sicht: Der Streik am Staatstheater geht weiter. Am vergangenen Sonnabend musste ein Tanztheaterabend wegen des Streiks ausfallen. „Aber alle anderen Theater-Aufführungen in dieser Woche und am kommenden Wochenende finden statt“, sagt Thomas Fehrle, Verwaltungsdirektor am Staatstheater, „wir haben einen Notfallplan.“

Den braucht er auch, denn der Notfall zieht sich inzwischen fast über ein Jahr hin. Im Tarifkonflikt zwischen dem Land Niedersachsen und der Gewerkschaft Verdi sind die Verhandlungen erneut gescheitert.
Das technische Personal kämpft um Zulagen für Nacht-und Wochenendarbeit, die nach Aussagen von Verdi seit 2004 nicht mehr erhöht und jetzt noch gekürzt werden sollten (wir berichteten).
„Wir hatten uns bereits mit dem Finanzministerium auf eine Lösung geeinigt“, sagt Onno Dannenberg von Verdi, aber die abgesprochene Einigung sei vom Kultusministerium in wichtigen Details verändert worden. „Das konnten wir nicht akzeptieren und haben einen erneuten Gegenvorschlag eingereicht“, sagt Dannenberg, „wir warten jetzt auf einen Antwort.“
Darauf wartet das Finanzministerium auch, denn „wir haben auf unseren ersten Vorschlag keine Reaktion bekommen“, schiebt Jürgen Tostberg, Sprecher beim Finanzministerium, den „Schwarzen Peter“ zurück. Damit das Warten auf beiden Seiten irgendwann ein Ende nimmt, versucht Fehrle die zerstrittenen Parteien wieder an den Verhandlungstisch zu holen. „Es geht wirklich nur noch um Kleinkram“, schätzt er den Stand der Verhandlungen ein, „meines Wissens sind es nur noch Feinheiten in Formulierungen, die ungeklärt sind.“ Für das Theater aber gehe es um jede Menge, denn allmählich leide das Betriebsklima, „die Kollegen werden ärgerlich und mürbe“, sagt Fehrle, „ich übrigens auch.“
Jetzt hofft er auf ein relativ kurzfristiges erneutes Sondierungsgespräch zwischen den verhandelnden Parteien, damit der Streik zumindest erstmal wieder ausgesetzt werden kann und der Spielbetrieb gesichert ist.
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