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Schule Schuntersiedlung wird geschlossen

Kinder aus der Schuntersiedlung haben in Zukunft einen längeren Schulweg vor sich.

Von Marion Korth, 23.06.10

„Unsere Schule ist das Herz der Schuntersiedlung“, „Erst renoviert, dann ausquartiert“ oder „Die GHS muss bleiben“ steht auf den selbstgemalten Plakaten zu lesen, die Eltern und Schüler zur Demonstration vor das Rathaus mitgebracht hatten. Der Protest, zum Teil auch lautstark in der gestrigen Sitzung des Rates geäußert, half jedoch nichts. Die Schule Schuntersiedlung wird im Zuge der Neuordnung der Schulen „abgewickelt“. Erst der Hauptschulzweig, mit Beginn des Schuljahres 2011/12 dann auch der Grundschulzweig.

Die Zuhörer drängten sich gestern auf den Plätzen, erlebten eine eineinhalbstündige zum Teil heftig geführte Diskussion und wurden dann doch enttäuscht. Seit gestern ist die schrittweise Schließung der Schule in der Schuntersiedlung beschlossene Sache. In Zukunft sollen die Kinder die Schule Kralenriede besuchen. Anke Kaphammel (CDU) verteidigte die Haltung ihrer Partei. „Die Schließung ist aus gesamtstädtischer Sicht richtig.“ Die Einschränkungen durch einen längeren Schulweg (statt ein paar 100 Metern, dann bis zu zwei Kilometern) sei zumutbar. Hintergrund der Schließung ist die Neuordnung der Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen. Deren Schülerzahlen sind im Vergleich zu vor zehn Jahren um 39 Prozent gesunken. Bislang gibt es drei Förderschulen in Braunschweig, in Zukunft sollen es nur noch zwei sein (eine im Norden und eine im Süden der Stadt). Eine wesentliche Verbesserung wird für die Astrid-Lindgren-Förderschule angestrebt, die bislang im Spagat zwischen den beiden Standorten Rühme und Isoldestraße geführt wird und unter Platznot leidet. Diese Schule soll nun in die nach und nach freiwerdende Schulanlage Schuntersiedlung verlegt werden. „Wir haben der Astrid-Lindgren-Schule viel zugemutet, das ist jetzt aber eine gute Lösung aus einer Hand“, sagte Christiane Lehmann für die FDP.
Insgesamt seien acht Schulen von den Veränderungen betroffen, „aber sieben haben Vorteile davon“, sagte Cornelia Rohse-Paul (Grüne). Die Änderungsanträge ihrer Partei, die sich unter anderem auf Maßnahmen der Schulwegsicherung und den Bau einer Mehrzweckhalle auf dem Gelände der nun wachsenden Grundschule Kralenriede bezogen, wurden aber mehrheitlich abgelehnt. Udo Sommerfeld (Linke) vermisste eine wirkliche Kostenaufstellung der Verwaltung und bezweifelte, dass der Umzug in die Kralenriede wirklich die günstigste Lösung sei.
Für Aufruhr sorgte Ratsfrau Heiderose Wanzelius (BiBS). Aus ihrer Sicht sei der Weg in die Grundschule Kralenriede nicht nur länger, sondern auch viel gefährlicher (langer Waldabschnitt, starker Lkw-Verkehr). „Sie geben die Kinder damit zum Abschuss frei“, sagte sie. Ratsvorsitzender Karl Grziwa (CDU) erteilte ihr dafür einen offiziellen Verweis.
Mehrmals griff er im Verlauf der Debatte zur Glocke, um wieder Ruhe im Saal herzustellen. Dazu Peter Rosenbaum (BiBS): „Wenn von den Zuschauern verlangt wird, dass sie der Sitzung mucksmäuschenstill folgen, dann ist von uns zu verlangen, dass wir nicht Fußball gucken.“ Dies aber sollen einige Ratsmitglieder über ihre Laptops gemacht haben.
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