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Schneller und umsteigefrei

Nils C. Droste vom Zweckverband Großraum Braunschweig erklärt den Sinn der Regiostadtbahn

Von Martina Jurk

Braunschweig. Im Dezember 2012 soll die Regiostadtbahn in Betrieb genommen werden. Warum wir sie brauchen, darüber sprach die nB mit Öffentlichkeitsreferent Nils C. Droste.

?Es gibt im Großraum Braunschweig Straßenbahnen, Busse, Regionalzüge. Kommt die Regiostadtbahn als vierte Variante hinzu, um den Kunden völlig zu verwirren?

!Nein, die Regiostadtbahn soll die Vorteile von Eisen- und Straßenbahn vereinen. Es geht um eine attraktivere Verkehrsverbindung der Städte und Landkreise, das heißt schneller und vor allem umsteigefrei zu fahren. Auf der Nord-Süd-Achse zwischen Uelzen und Bad Harzburg mit den Verzweigungen Salzgitter-Lebenstedt, Schöppenstedt und Goslar ist das bislang nicht möglich.

?Woher stammt ursprünglich die Idee der Regiostadtbahn?

!Vorbild war das schienengebundene Nahverkehrssystem in Karlsruhe (Karlsruher Modell). In der Folge der Bahnreform von 1994 stand der Zweckverband Großraum Braunschweig vor der Möglichkeit, entweder unwirtschaftliche Strecken beziehungsweise Verbindungen einzustellen oder ein neues attraktives Angebot für diese zu schaffen. Daher auch die Netzgestaltung.

?Gibt es weitere Regiostadtbahnen in Deutschland?

!Es gibt ähnliche Projekte in Deutschland. Zirka fünf sind in Betrieb, fünf in Planung beziehungsweise Umsetzung, und weitere werden vorbereitet.


?Was ändert sich mit der Regiostadtbahn?

!Die jetzt auf diesen Strecken fahrenden Regionalzüge werden ersetzt. Man muss nicht mehr umsteigen, Taktung und Komfort werden verbessert. Die Regiostadtbahn wird für den Kunden keinesfalls teurer.

?Fährt die Regiostadtbahn auf den vorhandenen Schienen?

!Ja, die vorhandenen Eisenbahn- und Straßenbahnschienenstrecken werden genutzt. Nur in der Braunschweiger Innenstadt und in Salzgitter-Lebenstedt sind neue Schienen notwendig.

?Warum denn in Braunschweig, wo vor noch nicht allzu langer Zeit erst Schienen, auch im Hinblick auf die Regiostadtbahn verlegt worden sind?

!In Braunschweig brauchen wir ein Dreischienengleis. Das hängt mit der englischen Spurbreite der Straßenbahn von 1100 Millimetern zusammen. Die Spurbreite der Eisenbahn beträgt aber 1435 Millimeter. Deshalb muss neben die bestehenden Straßenbahnschienen ein äußeres Gleis gelegt werden. Ansonsten wird die bestehende Infrastruktur, Haltepunkte und Bahnhöfe eingeschlossen, genutzt wo es möglich ist. Vorhandene Gleisanlagen der Deutschen Bahn, der Stationen und Haltestellen werden modernisiert.

?Wann soll das passieren?

!In diesem Jahr oder spätestens 2010.

?Wie wird die Regiostadtbahn finanziert?

!Die Gesamtkosten (Planungs- und Baukosten) belaufen sich auf 232,5 Millionen Euro. 197,4 Millionen Euro davon sind für Modernisierung und Bau der Gleisanlagen, der Stationen und der Haltestellen vorgesehen. Der Bund beteiligt sich daran mit 60 Prozent, das Land mit 22,5 Prozent, die betroffenen Landkreise, Städte und Gemeinden mit zehn Prozent und der Zweckverband mit 7,5 Prozent. Die restlichen 35,1 Millionen Euro sind Planungskosten, für die es keine Finanzhilfen durch Bund oder das Land gibt. Der Zweckverband Großraum Braunschweig übernimmt daher die Planungskosten der Gleisanlagen in Höhe von 30,1 Millionen Euro und die Städte und Gemeinden die Planungskosten für die Stationen in Höhe von fünf Millionen Euro.

?Wer gehört zum Zweckverband und was tut er?

!Der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB), 1991 durch Landesgesetz gegründet, umfasst das Gebiet der kreisfreien Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie der Landkreise Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine und Wolfenbüttel. Er ist zum einen der Träger der Regionalplanung, zum anderen Untere Landesplanungsbehörde. Er ist Aufgabenträger für den öffentlichen Personennahverkehr auf Schiene und Straße. Projekte werden finanziert durch die Verbandsumlage, also von den Kommunen, besondere Finanzierungsvereinbarungen sowie durch Bundes- und Landesmittel.
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