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Schlechte Zeiten: Firmen fehlt gut ausgebildeter Nachwuchs

Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar stellte jetzt die Jahresbilanz zum Ausbildungsmarkt vor.

Von Christoph Matthies, 06.11.2013.

Braunschweig. Der demografische Wandel macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt allmählich bemerkbar. Nur eine der vielen Erkenntnisse, die in der „Jahresbilanz zum Ausbildungsmarkt“ am vergangenen Mittwoch von der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar vorgestellt wurden.

Die geburtenschwachen Jahrgänge sind längst auch auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Verglichen mit dem Jahr 2006 tauchten 2012 fast 8551 Schüler weniger in der Statistik auf. Nur noch rund 62 000 Kinder und Jugendliche besuchten die Schulen der Städte Braunschweig und Salzgitter sowie der Landkreise Wolfenbüttel und Goslar.

Suche im Ausland

Dies hat direkte Auswirkungen auf die Bewerberzahlen. Fachkräftemangel sei keine düstere Zukunftsvision mehr, sondern besorgniserregende Realität: „Wir müssen jedes Jahr mindestens 100 000 Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland holen“, skizziert Harald Eitge, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar, einen Lösungsansatz, „doch auch das wird nicht ausreichen.“
Die sinkende Zahl der Schulabgänger ist nur eine Hälfte des Problems. Die andere ist nicht weniger gravierend: „Wir haben die Situation, dass viele Schüler auf den Ausbildungsmarkt strömen, die diesem nicht gewachsen sind“, stellt Eitge den Schulen ein fragwürdiges Zeugnis aus.

„Nicht ausbildungsfähig“

Hans-Jürgen Wolf weiß genau, wovon Eitge spricht. Der Ausbildungskoordinator beim Bau-Unternehmen Max Kroker geht mit dem aktuellen deutschen Bildungswesen noch härter ins Gericht: „Das, was wir derzeit aus den Schulen bekommen, ist nicht ausbildungsfähig.“ Besonders der Hauptschulabschluss sei nichts mehr wert, Wolf berichtet von Bewerbern, denen es etwa an einfachsten mathematischen Grundkenntnissen fehle. Und auch im Bereich der Sozialkompetenz gebe es erhebliche Defizite.
Die Agentur für Arbeit bemüht sich, schlecht qualifizierte Auszubildende und Bewerber zu stärken, und offeriert zu diesem Zweck verschiedene Maßnahmen, etwa die Ausbildungsbegleitenden Hilfen (ABH).
Bereits in der Schule setzt die Agentur an, unterstützt Hauptschüler schon ab der siebten Klasse, bietet berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen an. Denn immerhin sei das hartnäckige Klischee, dass man mit einem Hauptschulabschluss sowieso keine Ausbildungsstelle finde, wegen des allgemeinen Rückgangs der Schülerzahlen längst von gestern, betont Verena Pürschel, die bei der Agentur für Arbeit in der Berufsberatung tätig ist: „Selbst Bewerber ohne oder mit schlechtem Hauptschulabschluss haben heute eine Chance.“
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