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Sanierungsfall Kirche: Das Dach von St. Katharinen ist mürbe

Pastor Werner Busch schlägt Alarm – Gutachter rechnet mit mehr als einer Million Euro Kosten.

Von Annette Heinze-Guse, 30.01.2013.


Braunschweig (anh). Mit ihren roten Mauern und hohen Türmen mutet die mittelalterliche Stadtkirche St. Katharinen mediterran und majestätisch an. Sie steht am Hagenmarkt in zentraler Lage und prägt das Stadtbild maßgeblich. Doch die Kirchengemeinde steht jetzt vor großen Herausforderungen.

Das Dach der großen Kirche ist mürbe und somit zum teuren Sanierungsfall geworden. Nach einem schweren Sturmschaden 2010 habe die Kirchengemeinde das Dach untersuchen lassen, berichtet Pastor Werner Busch in einer Pressemitteilung. Eine anschließende Begutachtung habe ergeben, dass es dramatisch schlecht um das Dach des kunstgeschichtlich hochrangigen Gotteshauses am Hagenmarkt bestellt ist.
Der beauftragte Architekt kam zu dem Ergebnis: Nicht nur die Ziegel, auch die Holzkonstruktionen des Unterbaus zerfallen zusehends und sind dringend sanierungsbedürftig oder müssen ausgetauscht werden. Etliche Holzpfeiler der Dachkonstruktion müssen ersetzt werden.
Der Architekt fand zerbröselnde Ziegel, zerfallendes Holz der Dachkonstruktion und schon nicht mehr vorhandenen Verstrich unter den Ziegeln vor. Sogar Löcher im Dach sah er. Das so desolate Dach hat natürlich Folgen für den Innenraum der Kirche: Teile des Gewölbes weisen zunehmend feuchte Stellen auf.
„Noch im selben Jahr haben wir einen entsprechenden Antrag auf kirchliche Fördermittel gestellt“, berichtet Katharinenpfarrer Werner Busch in seiner Mitteilung. Das Gutachten der Architekten ergab einen Sanierungsbedarf von einer einstelligen Millionensumme, die die Kirchengemeinde angesichts der kirchlichen Finanzlage vor enorme Probleme stellt. Weitere Förderanträge und Maßnahmen seien deshalb in Vorbereitung.
Nach eingehenden Beratungen mit dem Propsteibauausschuss und dem Landeskirchenbauamt in Wolfenbüttel sei inzwischen klar, dass das Kirchendach von St. Katharinen die höchste Dringlichkeit unter den anstehenden Dachsanierungsvorhaben besitze.
„Wir können und dürfen jetzt nicht mehr geduldig abwarten, denn jedes weitere Jahr vergrößert und verteuert das Problem, auch die Wahrscheinlichkeit weiterer kostspieliger Reparaturen wächst“, gibt Pastor Busch zu bedenken. Er arbeitet eng zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege.
„Ehe nicht wenigstens ein Teil des benötigten Geldes für einen konkreten Zeitraum zugesagt wird, können wir nicht beginnen,“ sorgt sich der Gemeindepfarrer um seine Kirche. „Wir freuen uns über jede Unterstützung, die wir in dieser Sache erfahren.“
Die Sanierung und Instandsetzung des Kirchendaches ist mehr als eine gewöhnliche Dachreparatur. Ein denkmalpflegerischer, historischer Wert dieses Daches ergibt sich aus der Tatsache, dass große Teile des mittelalterlichen Dachstuhls erhalten sind.
„Im Mittelalter haben die Bürger des Weichbildes Hagen sich um ihre Kirche gesorgt und sie in jahrhundertelanger Anstrengung errichtet, umgebaut und repariert“, erinnert Busch. „Solche stadtbildprägenden Kirchen brauchen über die Gemeindeglieder hinaus wohlwollende Unterstützer“ Ihre Ausstrahlung und die Kraft dieser besonderen Architektur gehörten allen Bürgern.
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