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„Rund ein Drittel der Zeit geht verloren“

Nicht nur der Förderverein des Gliesmaroder Bades (hier ein Foto von der Facebook-Seite des Vereins) wünscht sich eine Wiederaufnahme der Verhandlungen auch die Eltern melden sich jetzt zu Wort.

Schulschwimmen: Eltern der IGS Franzsches Feld fordern Wiederaufnahme der Verhandlungen

. 02.12.2016.

Braunschweig (leu). Im Streit um das Schulschwimmen im Gliesmaroder Bad melden sich jetzt auch die Eltern zu Wort.

Wie berichtet hatten sich Stadt und Badbetreiber nicht über die Kosten einigen können. Die Stadt bietet 25 Euro je Bahnenstunde, der Betreiber verlangt 50 Euro.
Inzwischen hat Peter Knapp als Vertreter des Bades die Elternvertreter der sechs betroffenen Schulen zu einem Informationsabend eingeladen.

Hier die Reaktion des Schulelternrates der IGS Franzsches Feld:

Das Schulschwimmen im Gliesmaroder Bad stellt für unsere Schülerinnen und Schüler einen messbaren Mehrwert an Unterrichtszeit und Qualität dar, da durch die Fahrzeiten zur und von der „Wasserwelt“ bis zu 30 Prozent Unterrichtsszeit verloren geht, die den Kindern als Unterrichtszeit nicht mehr zur Verfügung steht. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Qualität des Unterrichts aus: Laut DLRG ist die Zahl der Kinder, die nicht oder sehr schlecht schwimmen können, in den letzten zehn Jahren von unter 10% auf über 25% gestiegen.

Zudem ist durch die räumliche Entfernung von Schwimm- und Nichtschwimmerbecken in der „Wasserwelt“ ein gleichzeitiges Beaufsichtigen beider Becken nicht möglich, weshalb oft ein Teil der Kinder gar nicht mehr ins Wasser darf, wenn nicht wenigstens zwei Lehrkräfte anwesend sind.
Auch an der IGS-FF gibt es einen wachsenden Anteil Kinder, vor allem mit Migrationshintergrund, die nicht Schwimmen gelernt haben. Gerade für diese Kinder bedeutet die räumliche Anordnung in der „Wasserwelt“, dass sie aus rechtlichen Gründen nicht mehr ins Wasser dürfen und somit das Schwimmen nicht mehr erlernen können.

Ein weiteres gewichtiges Argument ist der Umstand, dass in der „Wasserwelt“ lediglich Bahnen gebucht werden können während im Gliesmaroder Bad (auch wegen der geringen Auslastung am Vormittag) auch das Nichtschwimmer-Becken z.B. für Wasserball-Spiele und gemeinsame Aktionen genutzt werden konnte. Diese Möglichkeit nimmt vor allem Nichtschwimmer-Kindern spielerisch die Angst vor dem Element Wasser und gibt Sicherheit. In der „Wasserwelt“ ist lediglich Bahnen-Schwimmen möglich.

Vor diesem Hintergrund bittet der Schulelternratsvorstand der IGS Franzsches Feld sowohl Stadtverwaltung als auch Bad-Betreiber, ihre Positionen noch einmal zu überdenken und die Verhandlungen wiederaufzunehmen, mit dem Ziel, zu einer tragfähigen Lösung im Interesse der Schulkinder zu kommen, die das Schulschwimmen im Gliesmaroder Bad endlich wieder ermöglicht. Vor allem die deutlich verlängerten Netto-Unterrichtszeiten und der tatsächliche Mehrwert im Unterricht sollte in der Kostendiskussion berücksichtigt werden.

Die Mutter eines betroffenen Kindes der Ricarda-Huch-Schule schreibt außerdem:

gestern Abend, Donnerstag den 01.12.2016, hat Herr Peter Knapp die Elternvertreter der vakanten Schulen zu einem Informationsabend ins Bistro des Schwimmbades Gliesmarode eingeladen.
Hintergrund war die Berichterstattung in den Medien und den damit verbundenen offenen Fragen der Eltern und Schulen.

Ich bin Mutter eines Schülers der 5. Klasse des Ricarda-Huch-Gymnasiums und Vorstandsmitglied des Schulelternrates.
Gerne folgte ich der Einladung des Herrn Knapp und fand mich in einer großen Gruppe von Schulelternvertreter wieder.

Herr Knapp schilderte seine Sicht der Dinge zu den „gescheiterten Verhandlungen“ und wir konnten all die Fragen stellen, die uns Eltern auf dem Herzen lagen.
Auch der Förderverein des Schwimmbades stand für Fragen und Informationen zur Verfügung.

Final wende ich mich nun an Sie, als großes Medium in Braunschweig, in der Hoffnung, dass Sie sich auch der Stimmen aus der Elternschaft und damit verbunden der Stimmen der betroffenen Kinder annehmen.

Ich kann nur für mich und die Eltern der Schülerinnen und Schüler des Ricarda-Huch-Gymnasiums sprechen. Aber wir möchten an alle Parteienvertreter appellieren, die Stadtverwaltung aufzufordern, die Verhandlungen mit Herrn Knapp bezüglich des Schulschwimmens unbedingt wieder aufzunehmen!

Leider liegen solche Anträge nur von den kleinen Parteien für den kommenden Dienstag vor.
Wie aus den Medien zu entnehmen war, vertritt die CDU – ebenso wie die SPD als die großen Parteien - die Auffassung, dass Herr Knapp in der Pflicht sei.

Ich mag nicht die über Kosten spekulieren.
Aber ich frage mich als Mutter schon, wie die Stadt Wolfenbüttel zum Beispiel „übliche Bahnpreise“ bezahlen kann – die Stadt Braunschweig aber sich dazu nicht in der Lage sieht.

Der Erhaltung des Schwimmbades Gliesmarode ist auch unter Zustimmung der Stadt Braunschweig erfolgt. Alle betroffenen Badegäste, darunter natürlich auch die umliegenden Schulen, atmeten durch, weil damit die Hoffnung verbunden war, für die Schülerinnen und Schüler kurze Wege zum Schwimmunterricht zu erhalten.

Heute sieht es aber so aus, dass der Kostenstreit zwischen der Stadtverwaltung und dem Badbetreiber auf dem Rücken der Kinder erfolgt.

Wir Eltern fahren teilweise die Kinder in Fahrgemeinschaften zur Wasserwelt an die Hamburger Straße, damit die Kinder nicht Fahrzeiten von fast einer Stunde pro Strecke ertragen müssen. Viele Kinder an der Ricarda-Huch-Schule kommen aus den umliegenden Landkreisen wie Wolfenbüttel und Helmstedt. Sie müssen quer durch die gesamte Stadt fahren, um den Schwimmunterricht an der Hamburger Straße in der Wasserwelt wahrnehmen zu können. Dies betrifft insbesondere die erste und letzte Unterrichtsstunde.

Wenn der Schwimmunterricht aber mitten im Unterrichtstag erfolgen soll, fahren manche Kinder mit dem Fahrrad, andere mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus Gliesmarode an die Hamburger Straße.
Die „Erholungspausen“ der Kinder werden zu Fahrzeiten missbraucht.
Wenn das Verkehrsaufkommen hoch ist, kommen Sie teilweise zu spät in den nachfolgenden Unterricht.

Die Fahrzeit geht aber auch zu Lasten der Schwimmzeiten – mit an und ausziehen, Haare föhnen bleibt nicht mehr viel Zeit im Wasser, manchmal nur 20 Minuten…..
Der Schwimmunterricht in den Schulen soll doch dazu genutzt werden, dass Kinder Schwimmen lernen und verbessern. Sie brauchen ausreichend Zeit im Wasser um Ergebnisse erzielen zu können. In diesen Genuss kommen die Kinder derzeit nicht.

Doch über die Kinder denkt die Stadtverwaltung scheinbar nicht nach – nur die Kosten sind entscheidend.

Uns Eltern interessiert nicht, welches Bad durch die Stadt subventioniert wird, ob die Gelder von der rechten Tasche in die linke gelangen und dadurch die Rechnung geschönt wird.
Uns Eltern ist wichtig, dass kurze Wege und lange Schwimmzeiten möglich sind. Und genau das ist im Schwimmbad Gliesmarode der Fall!

Herr Knapp hat uns Eltern gestern die Gesprächsbereitschaft bestätigt. Daher wünsche ich mir, dass auch die Stadtverwaltung wieder gesprächsbereit ist.
Beide Gesprächsparteien sollten dabei einen Schritt aufeinander zu gehen, um eine WIN-WIN-Situation zu erzielen.

Das Wichtigste wäre aber, dass unsere Kinder dann nicht die Verlierer, sondern die GEWINNER sind.
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