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Rückschrittlich, rückschrittlicher: Atze Schröder! Aufruf zur Kundgebung am 19. Januar

 

Aufruf zur Kundgebung am 19. Januar 2018 um 18.30 Uhr vor der VW-Halle in Braunschweig

Sexismus, Rassismus und Tierproduktion stoppen!

Am 19. Januar 2018 soll der umstrittenen Comedy-Figur „Atze Schröder“ (bürgerlicher Name: Hubertus Albers) mit ihrem Programm „Turbo“ erneut in Braunschweig die Bühne geboten werden. Atze Schröder ist bekannt durch eigene Shows bei RTL, zahlreiche Gastauftritte bei Fernsehshows anderer Sender sowie durch (skandalöse) Werbeclips für Wiesenhof (= größtes Geflügelexportunternehmen der EU mit eigenen Schlachtfabriken und unterstehenden Mastanlagen, sowie eigener Futtermittelwerke 1 ).

Themen seines „Programmes“ sind stets klischeehafte Verunglimpfungen von anderen Menschen, insbesondere von sogenannten „gesellschaftlichen Randgruppen“ und Frauen*. Dabei bezeichnet er sich selbst als „politisch“ und als „gesellschaftskritisch“ – auch wenn seine Aussage, dass Political Correctness (PC) -also Politische Korrektheit- der Pressefreiheit und damit Menschenrechten entgegenstünde, mehr als fragwürdig ist. Denn PC meint nichts anderes als möglichst ohne Diskriminierungen 2 zu kommunizieren und zu handeln. Viele von Diskriminierung(en) betroffene Menschen, die (immer wieder) mit fehlender PC konfrontiert sind (z.B. durch Rassismus, Sexismus, Ageismus 3 ), wissen wie Verharmlosung und Pauschalisierung wie Atze Schröder sie praktiziert und damit für eine breite Masse rechtfertigt (!), wirken können: einschränkend und unterdrückend - ... und nicht frei und unbelastet. Das Missachten von Politischer Korrektheit (PC) hat also nichts mit Pressefreiheit oder gar Menschenrechten zu tun, sondern mit Toleranz gegenüber Unterdrückung, die genau genommen der Pressefreiheit und Menschenrechten entgegensteht. Wenn Atze Schröder sich also über Political Correctness hinwegsetzt ist das nichts anderes als dass er die Grenzen von marginalisierten (= an den gesellschaftlichen Rand gedrängten) Menschen und Frauen* übertritt und das auch noch für eine große Masse (seiner Bewunder*innen und darüber hinaus) salonfähig macht. Atze Schröder verstärkt Klischees und ist damit ein stabilisierendes Moment dieser von Diskriminierungen geprägten Gesellschaft. Eine weiterbringende/fortschrittliche „Gesellschaftskritik“ 4 wäre genau das Gegenteil vom dem was er tut.

Frauen* werden in seinen Programmen in der Regel sexualisiert und objektifiziert dargestellt. Alltagssexismus wird nicht nur heruntergespielt, sondern aktiv von Atze Schröder angewendet. Die Verunglimpfung von Frauen* fand 2016 einen Höhepunkt, als er für Wiesenhof einen Werbespot 5 drehte in dem er sagte: „Und, seid ihr bereit für die größte Wurst des Sommers? Hier ist das Ding. Danach müssen Gina und Lisa erst mal in die Traumatherapie“ - eine geschmacklose Anspielung auf die Vergewaltigung von Gina Lisa Lohfink, die mit ihrem Fall Teil der Kampagne „NEIN heißt NEIN“ 6 wurde. Atze Schröder macht also genauso wenig Halt vor der Verherrlichung sexualisierter Gewalt wie vor Alltagssexismus. Als er in einem Interview auf das Werbevideo angesprochen wird, erklärt Schröder: „wir [...] haben tatsächlich auch gelacht“ (beim Dreh) und dass er gerne mal Gina Lisa Lohfink die Augen öffnen würde, da sie ihm Leid täte, weil er sie „nicht in der Lage“ dazu halte „intellektuell das ganze Ding zu überblicken“. Außerdem sagt er: „Die ist von vorne bis hinten ein richtiges Opfer. Ich hoffe, dass sie da mal nen anständigen Kerl findet, der sagt: Wir halten uns mal raus aus der Öffentlichkeit. Alles wird gut.“ 7 Unverschämter geht es nicht... damit schiebt Schröder seine Schuld mehr oder weniger „geschickt“ von sich und projiziert sie auf die eigentlich Betroffene. Sexismus in Reinform. Eine maskuline Machtausübung (Fern-Beurteilung der Intelligenz, Infragestellung der Autonomie,...) ausgehend von Atze Schröder über Gina Lisa Lohfink. Als wenn Lohfink auf das Urteil irgendeiner männlichen Instanz angewiesen wäre...
Und als wenn das nicht schon genug wäre, macht er auch noch Gebrauch von rassistischen Diskriminierungen. Z.B. setzte er bei einem Auftritt bei der „1LIVE Comedynacht XXL in Köln 2017“ Menschen aus arabischen Ländern mit Pferden („Arabern“) und IS Terrorist*innen gleich. 8

Mit einem Unternehmen wie Wiesenhof zusammenzuarbeiten bedeutet außerdem aktiv Natur- und Umweltzerstörung zu unterstützen, sowie auf die Menschenrechte von Arbeiter*innen der Fleischindustrie und die der Vertriebenen aus Sojaanbaugebieten (für Futtermittel) wie z.B. in Lateinamerika zu scheißen. Denn in den Fabriken Wiesenhofs werden Menschen unter verheerenden Arbeitsbedingungen „beschäftigt“ und bis in ihr Privatleben hinein von Wiesenhof kontrolliert. 9 Futtermittelanbau bedingt Landraub und Naturzerstörung. Atze Schröder ist tatsächlich „politisch“ und „gesellschaftskritisch“, wenn auch sehr fragwürdig. Anstatt einzubeziehen, macht er sich über Menschen lustig, die in dieser Gesellschaft sowieso bereits von Diskriminierungen betroffen sind. Damit und mit der Unterstützung von Wiesenhof wirkt er als Stabilisator der gesellschaftlichen Unrechtsverhältnisse. Zu einem Preis, den er selbst nicht zahlen muss: gesellschaftliches an-den Rand-Drängen (Marginalisierung), Vertreibung, Klimaflucht, Umweltzerstörung und Tierleid!

Wir als Kampagne gegen Tierfabriken und andere Interessierte fordern (potenzielle) Besucher*innen seiner Shows dazu auf, diese zu boykottieren und sich unserem Protest anzuschließen! Machen wir durch Protest und Boykott deutlich, was wir von Atze Schröders reaktionären (= rückschrittlichen) Mackergetue halten: nämlich GAR NICHTS!

Wir fordern auch die VW-Hallen Entscheidungsträger*innen dazu auf Atze Schröder auszuladen!
Kein Fußbreit den Sexist*innen und Rassist*innen!
Keine Bühne verunglimpfender (Re)Produzierung gängiger Klischees!
Gegen Diskriminierung - für eine solidarische 10 Gesellschaft!


Mehr Infos gibt’s hier :

kampagne-gegen-tierfabriken.info


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1 „WIESENHOF STANDORTE“: https://www.wiesenhof-online.de/unternehmen/stando...
2 Kurz-Definition (=Bedeutungsbestimmung) „Diskriminierung“:
Ungleichbehandlung von Gruppen oder Einzelpersonen aufgrund
bestimmter Schubladen (z.B. Geschlecht, Gesundheitszustand, Religion, ...) (vgl. Link: http://www.bpb.de/apuz/221573/diskriminierung-anti... )
3 Diskriminierung aufgrund von Alter
4 Kurz-Definition „Gesellschaftskritik“: Kritik an gesellschaftlichen als Missstand empfundenen Phänomenen und Teilsystemen (z.B.
Bildung, Religion) (vgl. Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaftskritik#... )
5 „Wiesenhof-Werbespot sorgt für Ärger“: https://www.youtube.com/watch?v=fcTnp9NfitE
6 Kurze Erläuterung zu „NEIN heißt NEIN“: Eine Kampagne, die sich 2016 auf die Reform (Umgestaltung, Neuerung) des
Sexualstrafrechts ausgewirkt hat. Neu ist jetzt, dass sexuelle Gewalttaten gegen den erkennbaren Willen des Opfers strafbar sind.
Zuvor standen Betroffene z.B. in der Pflicht nachzuweisen, sich körperlich gewehrt zu haben. Nun sollen das Wort „Nein“, weinen oder
andere Äußerungen des Unwillens ausreichen. (Links: „Nein heißt Nein! Paradigmenwechsel im Sexualstrafrecht“: https://www.frauen-
gegen-gewalt.de/vergewaltigung-verurteilen.html , „Deutsches Sexualstrafrecht: Nein heißt Nein – VOX POP - ARTE“:
https://www.youtube.com/watch?v=6B3qRMHDCBc )
7 „ATZE SCHRÖDER: WISENHOF-SHITSTORM, GINA-LISA, CRO, AFD, SERDAR SOMUNCU UVM. (INTERVIEW) / Rooz
World“. Ca. ab min. 15: https://www.youtube.com/watch?v=eBpKSkNjFhc
8 „1 LIVE Comedynacht XXL in Köln 2017“: https://www.youtube.com/watch?v=QsMIzmnmk-U
9 „Kampagne gegen Tierfabriken (KgT) beim 01ten Mai 2017 in Vechta“: http://kampagne-gegen-tierfabriken.info/en/kampagn...
tierfabriken-kgt-beim-01ten-mai-2017-in-vechta/
10 Kurz-Definition „Solidarität“: Wenn man eine Person/Gruppe unterstützt, z.B. für sie eintritt und/oder zeigt, dass sie nicht alleine ist.
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