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Rohbau vor der Finanzkrise

Sanierung des Städtischen Museums läuft

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. Gerade noch geschafft: Die Finanzkrise kann den Umbau des Städtischen Museums nicht mehr gefährden, für einen Baustopp sind die Arbeiten schon zu weit .

„Ich bin froh, dass unsere Pläne jetzt umgesetzt werden“, sagt Kulturdezernent Wolfgang Laczny, „Sanierung und Umbau werden dem Haus mehr Glanz verleihen und den Kultur- und Museumsstandort Braunschweig aufwerten.“ Eine deutliche Steigerung der Besucherzahlen von derzeit rund 90 000 Menschen im Jahr wird mit der neuen Konzeption erwartet, ein wirtschaftlicher Faktor, der auch Europa überzeugt: Die Sanierung kostet fünf Millionen Euro, 1,8 Millionen davon sind EFRE-Mittel (Europäischer Fond für regionale Entwicklung). „Das ist landesweit die höchste Förderung für ein Einzelprojekt“, freut sich Laczny.
Im Moment wird abgerissen, Wände, Decken und Stahlträger müssen raus – viel Platz für neue Raumlösungen. „Es ist schwer nachvollziehbar, wie man dieses schöne Gebäude so verbauen konnte“, sagt Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink. „Für einen Baustopp ist es zu spät“, sagt Wolfgang Laczny, andernfalls wäre in der aktuellen Finanzkrise sicher auch das Projekt ‘Sanierung Städtisches Museum’ auf den Prüfstand gestellt worden.
Nun aber wird durchgeführt, was schon so lange geplant ist. „Die Schätze des Museums, das durch die Sammlung Bönsch eine bedeutende Bereicherung erfahren hat, kommen künftig viel besser zur Geltung, das Gebäude selbst wird attraktiver und besucherfreundlicher“, erklärt Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink.
Vor Beginn der Bauarbeiten wurden die kostbaren Exponate des Museums – unter anderem mehr als 2000 Gemälde, 150 Musikinstrumente und 500 Möbelstücke – von den Mitarbeitern sorgsam verpackt und zum großen Teil ausgelagert. „Nicht transportable Kunstwerke, wie beispielsweise die Wandmalerei im Lichthof, wurden komplett mit speziellem Papier, so genanntem Japanpapier, abgedeckt und so gegen Staub und Erschütterungen geschützt“, sagt Zwafelink.
Die 1861 auf bürgerliche Initiative begründeten Sammlungen erhielten 1906 mit ihrem Haus am Löwenwall ihr festes Domizil. „Heute zählt das Museum mit seinen etwa 270 000 Objekte umfassenden Beständen zu einem der bedeutendsten kommunalen Museen Deutschlands“, sagt Laczny.
Und diese Position gelte es zu stärken. „Wir haben die Touristen im Blick“, sagt Laczny, „aber vor allem auch die Menschen in Stadt und Region.“ Und hier liegt sein besonderes Augenmerk auf den jungen Menschen. Mit einer modernen, frischen Präsentation, gestützt auf neueste Technik, will das Städtische Museum gerade auch bei Jugendlichen die Lust auf Museum wecken und stärken. Aufgrund der besonders guten Akustik könne das neugestaltete Haus am Löwenwall auch sehr gut für Konzerte genutzt werden, fügte Laczny an. Für Anfang 2011 ist die glanzvolle Wiedereröffnung geplant.
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