Anzeige

Ring frei für die Milleniumhalle

FBZ-Ersatz vorgeschlagen, Nein der Opposition

. Von Ingeborg Obi-Preuß, 26.09.2012

Braunschweig. Ring frei: Um ein neues Veranstaltungszentrum wird politisch gerungen, Freitag geht es im Kulturausschuss in die erste Runde.
Die Verwaltung schlägt die Milleniumhalle als Standort für ein neues Veranstaltungszentrum vor.

„Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Prüfung möglicher Standorte“, erklärt Kulturdezernentin Dr. Anja Hesse, die dem Rat diese Option vorschlagen wird. „Stimmt der Rat zu, würde die Verwaltung im nächsten Schritt Gespräche mit dem Eigentümer aufnehmen“, sagt Hesse. Hesse handelt nach einem Ratsbeschluss, der im Jahr 2011 die Verwaltung damit beauftragte, für den Wegfall des Freizeit- und Bildungszentrums einen Ersatzstandort zu finden.
Bündnis 90/Die Grünen haben schon mal ihr Nein angekündigt, der jetzige Vorschlag sei von einem echten Kulturzentrum weit entfernt.
Die Verwaltung schlägt den Ratsgremien vor, für das neue Veranstaltungszentrum die Milleniumhalle am Standort Madamenweg ins Auge zu fassen. Stimmt der Rat zu, plant die Verwaltung parallel zur Detailplanung ein breit angelegtes Beteiligungsverfahren – Einwohnerversammlung, Beteiligung Stadtbezirke. Am Schluss dieses Prozesses stünde dann ein Vorschlag über die genauen Rahmenbedingungen, über den wiederum der Rat entscheiden würde.
„Der Standort hat eine Vielzahl von Vorteilen“, sagt Kulturdezernentin Dr. Anja Hesse. In puncto Größe, Erreichbarkeit und Parkplatzflächen sei das Gelände geeignet. Das Gebäude sei nicht nur für Konzerte, sondern als Multifunktionshalle auch für andere Nutzungen geeignet. In Nebengebäuden könnten Proben von Tanz- oder Theatergruppen stattfinden. Die Halle entspreche gängigen Veranstaltungsstandards und habe eine Gastronomieküche. Mit 650 Sitz- und 1600 Personen im Foyer und 1800 Sitz- und 3500 Stehplätzen in der eigentlichen Veranstaltungshalle wäre die Größe optimal. „Ein ganz großer Vorteil des Milleniums wäre – im Gegensatz zu vielen anderen der geprüften Standorte – dass wir eine Halle nicht erst errichten müssten, und dass das vorhandene Gebäude ohne große zusätzliche Umbauten nutzbar ist“, erläuterte Hesse.
Vor der Suche nach einem neuen Standort habe die Verwaltung die Anforderungen gründlich analysiert, betonte Hesse. Insgesamt seien 17 bebaute oder unbebaute Standorte geprüft worden, das Harz- und Heide-Gelände war schließlich noch am besten geeignet gewesen. Das gelte etwa für die Lage, die Erreichbarkeit, die Flächengröße und die Parkmöglichkeiten. Ein großer Nachteil wären aber die Kosten von nach erster Grobschätzung etwas mehr als elf Millionen Euro, da dort keine Gebäude zur Verfügung stünden und man komplett neu bauen müsste. Auch gebe es eine Reihe von städtebaulichen Bedenken der Bauverwaltung, so dass die Verwaltung nun die Milleniumhalle am Madamenweg vorschlägt.
Dagegen positioniert haben sich bereits Bündnis 90/Die Grünen. „Zu der Idee der Verwaltung sagen wir ganz klar Nein“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Elke Flake. Positiv zu bewerten sei zwar, dass zahlreiche potenzielle Standorte geprüft wurden, das Ergebnis dieser Prüfung halte einer kritischen Analyse jedoch nicht Stand. „Hier rächt sich die Weigerung der Stadtspitze, zunächst eine fundierte Bedarfsanalyse vorzunehmen und ein plausibles inhaltliches Konzept für das neue FBZ zu entwickeln, wie wir Grünen das wiederholt gefordert haben“, sagt Flake, „bekanntlich lautete der Ratsauftrag, ein neues soziokulturelles Zentrum einzurichten. Mit ihrer Vorlage erfüllt die Verwaltung diesen Ratsauftrag nicht, sondern reduziert das neue FBZ eigenmächtig auf eine mittelgroße Multifunktionshalle.“

FAKTEN
Der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft tagt am kommenden Freitag (28. September) ab 15 Uhr im Großen Sitzungssaal im Rathaus. Die Sitzung ist öffentlich, im Anschluss an die Beratungen findet eine Einwohnerfragestunde statt.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.