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Riesenverlust bei VW

Das Podium der Jahrespresse - und Investorenkonferenz. Hübner
 
Matthias Mueller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG. Foto: Hübner

Volkswagen präsentierte die Geschäftszahlen für 2015.

Wolfsburg (ako).

„Volkswagen ist viel mehr als Krise. Aber wir kommen nicht umhin zu sagen: Die aktuelle Situation verlangt uns alles ab – in jeder Hinsicht, auch finanziell.“ Diese Kernbotschaft vom Vorstandvorsitzenden der Volkswagen AG, Matthias Müller, umrahmte am Donnerstag die Jahrespressekonferenz.

Ein Verlust im Geschäftsjahr 2015 nach Steuern von 1,4 (2014: plus 11,8) Milliarden Euro und eine öffentliche Diskussion um Boni für die Manager belegten dann, was dem Konzern abverlangt werden wird.

Insgesamt 16,2 Milliarden Euro hat Volkswagen im abgelaufenen Geschäftsjahr für die vom Konzern als „Dieselthematik“ bezeichnete Abgasmanipulation zurückgestellt. Darin enthalten sind Rückstellungen für anstehende technische Maßnahmen an den betroffenen Dieselmotoren sowie Rückkäufe in Höhe von 7,8 Milliarden Euro. Hinzu kommen sieben Milliarden Euro, die für weltweite Rechtsrisiken zurückgestellt wurden.

Ob das ausreiche, so Vorstandsvorsitzender Matthias Müller auf der Jahrespressekonferenz am Donnerstag in Wolfsburg, wisse man aber nicht. Mit Blick auf das vergangene Jahr, das der Konzern aufgrund hoher Sonderbelastungen durch die Dieselthematik mit Verlust abgeschlossen hat, sagte Müller: „Das operative Geschäft des Volkswagen Konzerns ist kerngesund. Es zahlt sich heute mehr denn je aus, dass unser Geschäft auf mehreren tragfähigen Säulen ruht.“

Finanzvorstand Frank Witter ergänzte: Der Anstieg der Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile von 17,6 auf 24,5 Milliarden Euro per Ende 2015 „unterstreicht unsere solide Liquiditätspolitik.“

Mit 9,9 Millionen Einheiten lieferte der Konzern zwei Prozent weniger Fahrzeuge an Kunden aus als im Vorjahr. „Dennoch konnte der Konzern in Summe die Umsatzerlöse steigern“, erläutert Witter. Vor allem „Mixverbesserungen, positive Wechselkurseffekte und unser Finanzdienstleistungsgeschäft“ trugen dazu bei, dass sich der Umsatz mit 213,3 (Vorjahr: 202,5) Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent verbessert hat. Das Operative Ergebnis des Konzerns lag ohne Berücksichtigung der Sondereinflüsse mit 12,8 Milliarden Euro auf dem Niveau des Jahres 2014.

Trotz des Verlustes wird VW seinen Managern nach einem Bericht des Fachmagazins „Auto, Motor und Sport“ für 2015 Boni in Höhe von insgesamt 63,24 Millionen Euro zahlen, 2015 waren es noch rund 54 Millionen Euro. Dies wurde im Vorfeld der Pressekonferenz heftig kritisiert. Müller wies darauf hin, dass das Entgelt für den Vorstand vom Aufsichtsrat festgelegt werde. Er verstehe zwar die Diskussion, aber nicht, dass die Diskussion in die Öffentlichkeit getragen werde.
„2016 wird für Volkswagen ein Jahr des Übergangs sein. Es wird aber auch das Jahr sein, in dem wir den Wandel beschleunigen und das Fundament für ein neues, besseres Volkswagen legen“, kündigte Müller an. Die Automobilindustrie stehe vor dem nächsten großen Innovationssprung und einer radikalen Transformation. Derzeit arbeite der Konzern intensiv an der Weiterentwicklung seiner Strategie, die Mitte des Jahres vorgestellt werden soll. Darin werden die großen Zukunftsthemen der Branche – wie Digitalisierung, Vernetzung, Elektromobilität und neue Mobilitätsdienste – adressiert.
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