Anzeige

Rechnung mit Unbekannten

Stadt reagiert mit erhöhter Personaldecke.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 27.02.2016.

Braunschweig. Die Stadt arbeitet weiter an einer großen Herausforderung – mit vielen Unbekannten in der Rechnung: Mehr als 300 zusätzliche Stellen hat die Verwaltung in den Stellenplan für dieses Jahr geschrieben; das hat vor allem mit neuen Aufgaben rund um das Thema „Flüchtlinge“ zu tun.

Eine Vorentscheidung zu dieser Personalaufstockung fiel im Rat bereits im vergangenen Herbst, jetzt hat der Finanzausschuss der aktualisierten Vorlage zugestimmt. Eine Ratssitzung im März wird sehr wahrscheinlich das endgültige Ja bringen.

„Wir sind mit offenem Visier gekommen“ – mit diesen Worten hatte sich Dezernent Claus Ruppert im Finanzausschuss den Politikern zugewandt und Offenheit zur Diskussion betont. „Denn wenn es in der Zukunft Schwierigkeiten geben sollte, dann sicher nicht, weil die Sozialverwaltung – im Warmen sitzend – nicht genügend Stellen bereitgestellt hat“, betonte er.
„Wir versuchen, diese Managementaufgabe mit sehr viel Augenmaß zu organisieren“, erklärt Stadtrat Claus Ruppert auf Anfrage der nB.
Vorbereiten muss sich die Verwaltung auf die weitere Betreuung unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge in diesem Jahr. 240 junge Menschen ohne Familie sind in 2015 nach Braunschweig gekommen, die Verwaltung rechnet mit 200 weiteren in diesem Jahr.

Die Planung sieht dabei folgendermaßen aus: Jeweils 50 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden in einer Betreuungseinheit zusammengefasst. Für die Organisation dieser Einheit sind folgende Mitarbeiter nötig: eine Leitungsposition, 17 Sozialarbeiter, zwölf Erzieher und zwei Hauswirtschaftskräfte.

„Wir wollen 168 neue Stellen einrichten, um die neu ankommenden Jugendlichen entsprechend betreuen zu können“, erklärt Ruppert. Die Aufgaben rund um die Betreuung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge sind aufwendig, rund um die Uhr muss Personal zur Verfügung stehen. Für die Betreuung von bis zu 1000 erwachsenen Flüchtlingen dagegen sind lediglich 58 neue Stellen eingeplant.

Für beide Gruppen ist außerdem eine sogenannte Stellenreserve eingerechnet, 88 Planstellen werden in den Haushalt eingestellt, für den Fall, dass plötzlich mehr schutzsuchende Menschen in die Stadt kommen als geplant. Zur Bewältigung dieser vielfältigen Aufgaben laufen Gespräche mit den Wohlfahrtsverbänden. „Wir haben nicht den Ehrgeiz, diese außergewöhnliche Situation allein zu bewerkstelligen“, betont Ruppert.
Diese werden vermutlich – wie bisher auch schon – Plätze zur Betreuung junger Flüchtlinge einrichten und anbieten, zahlen muss diese Aufgabe auf jeden Fall die Stadt.

Noch habe es auf die bisher ausgeschriebenen Stellen ausreichend Bewerbungen gegeben, wie das allerdings jetzt für die zusätzlichen Ausschreibungen aussieht, mag Ruppert nicht prognostizieren. „Aber wir sorgen uns schon darum genügend – und vor allem ausreichend qualifiziertes – Personal zu bekommen“, sagt der Stadtrat.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.