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Rathaus-Thema auf Juni vertagt

Stadtverwaltung möchte erst Steuerschätzung und weitere Untersuchungen abwarten

Von Marion Korth

Braunschweig. Nur eine Variante geht nicht: Nichts tun. Ansonsten hat die Stadtverwaltung eine klare „Lieblingslösung“ für Umbau und Sanierung des Rathausneubaus.

Damit eine Entscheidung auf einer soliden Grundlage getroffen werden kann, will die Verwaltung noch weitere Detailuntersuchungen abwarten und für die Fassade zwei weitere Gestaltungsalternativen zusätzlich zu dem Vorschlag der Giesler Architekten vorlegen. Bis zur nächsten Ratssitzung am 20. Mai wird es damit jedoch nichts. „Das ist zu kurzfristig, das schaffen wir nicht“, sagte Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink am Freitag. Zudem seien die Gespräche mit den Mietern im Rathausneubau noch nicht abgeschlossen.
Zwei gewichtige Argumente sprechen aus seiner Sicht für die „Weniger-ist-mehr-Variante“, die den Rückbau des Rathauses auf fünf Geschosse vorsieht. Da sind zum einen die Kosten: 12,9 Millionen Euro würden Teilabriss und Sanierung nach neuesten Berechnungen der Verwaltung kosten, die Komplettsanierung dagegen 20,5 Millionen Euro. „Damit sind beide Varianten teurer als bisher geschätzt“, sagte Zwafelink. Strengere Brandschutzvorgaben nach Hochhauskriterien nannte er als Kostentreiber für den Fall, dass das Haus in seiner jetzigen Höhe Bestand haben soll. Der Stadtbaurat plädiert aber nicht allein aus Kostengründen für den Rückbau. „Das ist die städtebaulich werthaltigere Variante“, betonte er. Auch seien die Folgekosten für den Gebäudeunterhalt wesentlich geringer. Für die Unterbringung der Mitarbeiter kündigte er eine „konzerninterne Lösung“ an. Das heißt, sie sollen in stadteigene Gebäude umziehen.
Wie auch immer die Politiker entscheiden werden, „eine Sanierung legt den Zustand auf Jahre fest“, sagte Zwafelink. Und noch etwas: „Es geht nicht wie unterstellt um Verschönerung, sondern darum, das Gebäude zukunftsfähig zu machen.“ Die Verwaltung will nun die aktuellen Steuerschätzungen abwarten und in der Junisitzung in die Beratungen einsteigen, denn eine Entscheidung müsse her. „Das Rathaus verfällt weiter, da muss etwas geschehen“, sagte Zwafelink.
Wegen der zeitlichen Verschiebung können für den Rathaus-Umbau keine Mittel aus dem Konjunktur-II-Paket genutzt werden, da die Bauarbeiten dann im Jahr 2010 abgeschlossen sein müssten. Genau geht es um zwei Millionen Euro, die aber auf andere Projekte in der Stadt übertragen werden könnten.
Mittlerweile hat die Verwaltung die TU-Studie zu Möglichkeiten einer energetischen Sanierung des Rathausneubaus in seiner jetzigen Dimension (nB-Thema am 3. Mai) allen Fraktionen zugeschickt. Bibs, Grüne und SPD sind gegen einen Teilabriss. Und auch Stadtplaner Walter Ackers kann dem Gebäude in seiner heutigen Form etwas Gutes abgewinnen (nB vom 6. Mai).
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