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Räuber gefasst

Serie von Banküberfällen scheint aufgeklärt

Von Marion Korth

Braunschweig. Die Bankräuber, auf deren Konto allein in Braunschweig vier Überfälle gehen, sind geschnappt worden. Allerdings nicht in Braunschweig, sondern nahe Osnabrück. Sie waren wieder auf Beutezug, auf dem Weg zu einer Bank.

Ein Sondereinsatzkommando der Polizei hatte bereits in der vergangenen Woche „zugeschlagen“. Dies teilten die zuständige Polizeiinspektion Verden/Osterholz und die Staatsanwaltschaft Verden jetzt am Freitag mit. Gegen drei 31, 33 und 51 Jahre alte Männer aus Niedersachsen, Mecklenburg Vorpommern und Sachsen-Anhalt ist Haftbefehl erlassen worden. Die Braunschweiger Polizei hatte nach den Männern seit 2004 gefahndet. Im November war mit Hilfe der Fernsehserie „Aktenzeichen XYZ ungelöst“ die Suche fortgesetzt worden – ohne Erfolg. „Schön, dass diese Sache geklärt ist.“ Braunschweigs Polizeipressesprecher Joachim Grande ist erleichtert und freut sich für seine Kollegen über den Erfolg. „Das ist der guten Zusammenarbeit und ihrer Hartnäckigkeit zu verdanken“, sagt er.Sieben Beamte waren in der Braunschweiger Ermittlungsgruppe, hatten nach Spuren gesucht, waren Zeugenaussagen nachgegangen und hatten rund 200 Leute überprüft. Gefasst wurden die Tatverdächtigen jetzt bei Osnabrück.
Nach dem Zugriff der Verdener Polizei sind drei Männer in Haft. Eine 29-jährige Frau aus Niedersachsen wurde mit Auflagen vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt. Einer der Männer hat umfangreiche Aussagen gemacht, die anderen schweigen (bislang).
Aber auch so spricht die Polizei von eindeutigem Beweismaterial, das die Beamten in Autos und Wohnungen der Tatverdächtigen gefunden hätten. Obwohl die Ermittlungen noch längst nicht abgeschlossen sind, stehe bereits fest, dass das Quartett mindestens fünf Banküberfälle tatsächlich verübt hat, in zwei Fällen blieb es beim Versuch. Es ist aber nicht auszuschließen, dass den Tatverdächtigen weitere Überfälle nachgewiesen werden können. Sie gingen immer nach dem gleichen Muster vor, drangen maskiert in die Bank ein, bedrohten die Angestellten mit Waffen, fesselten sie falls nötig und ließen sich das Geld geben. Knapp 400 000 Euro erbeuteten sie auf diese Weise. Körperlich kam kein Mensch zu Schaden, aber: „Zwei Bankmitarbeiter sind noch immer in therapeutischer Behandlung“, sagt Grande. Die Polizei hätte sie über die Festnahme der Räuber informiert. „Die Mitarbeiter waren darüber sehr erleichtert.“
Die Ermittler in Verden waren den Räubern im Oktober vergangenen Jahres auf die Spur gekommen. Es fanden sich vier Zeugen, die unabhängig voneinander einen Mann in der Nähe einer Volksbank gesehen hatten, die später überfallen worden ist. Die Überwachungskamera hatte den Mann aufgenommen.
Der polizeiinterne Daten- und Informationsaustausch brachte neue Erkenntnisse: Sein Aussehen deckte sich mit der Beschreibung eines Bankräubers, nach dem die Braunschweiger Polizei bereits seit 2004 intensiv fahndete. Braunschweig hatten sich die Räuber nicht zufällig als Betätigungsfeld ausgesucht, zwei der Männer – einer stammt aus dem Landkreis Celle – hatten gemeinsam hier gearbeitet, kannten sich mit den örtlichen Gegebenheiten aus. Gleich zweimal haben sie die Volksbankfiliale am Sackring ausgeraubt.
Vorbestraft sind die mutmaßlichen Räuber übrigens nicht. Mit den Überfällen haben sie ihren Lebensunterhalt bestritten. Das meiste Geld hätten sie bereits ausgegeben, teilt die Polizei mit.
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