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„Radikalismus zerstört Familien“

Diskussion zur Salafismusprävention.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 05.03.2016.

Braunschweig. „Radikalismus zerstört Familien“, erklärt Dr. Carola Reimann als stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion im Gespräch mit der nB. Sie lädt ein zu einer Veranstaltung unter dem Thema „Radikalisierung verhindern – aber wie?“ Der Diskussionsabend beginnt am kommenden Montag (7. März) um 19 Uhr im Dr. Heinrich-Jasper-Saal im Volksfreundhaus, Schloßstraße 8.

„Wir wissen, dass die Islamisten in sogenannten Peergroups nach ihren Opfern angeln“, sagt Reimann. „Peergroup“ – ursprünglich ein Fachbegriff aus der Soziologie, Pädagogik und Sozialpädagogik – kann am ehesten mit dem alten Begriff „Clique“ umschrieben werden, meint aber heute vor allem Gruppen, die sich im Internet treffen.

„Diesen Ansatz nutzen die Islamisten perfekt“, weiß Reimann, „die Eltern stehen meist draußen, wissen gar nicht, was passiert und vor allem nicht, was sie tun können.“

„Inzwischen haben wir eine Koordinierungsstelle auf Bundesebene, um die Präventionsarbeit der lokalen Initiativen zu koordinieren und Strukturen zur besseren Vernetzung zu schaffen“, erklärt Reimann, die an dem Diskussionsabend die Begrüßung übernehmen wird.

Anschließend gibt es eine Einführung in das Thema von Burkhard Lischka, innpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Unter der Moderation von Carola Reimann diskutieren dann Maren Brandenburger, Präsidentin des niedersächsischen Verfassungsschutzes, Christian Hantel, Leiter der Beratungsstelle zur Prävention neosalafistischer Radikalisierung in Hannover und Burkhard Lischka. Das Ende der Veranstaltung ist für 21 Uhr geplant.
„Niedersachsen ist bei diesem Thema ganz vorn“, freut sich Reimann, „die ersten Beratungsstellen wurden in Wolfsburg und Hannover eingerichtet.“
Die Gründe, warum sich junge Erwachsene radikalen Gruppen zuwendeten, seien häufig ähnlich. „Sie fühlen sich nicht integriert und haben keine Zukunftsperspektive“, erklärt Reimann. Das gelte nicht nur für Menschen mit Migrationshintergrund. Repressive Maßnahmen griffen häufig zu kurz oder setzten zu spät an.

Prävention sei äußerst wichtig, allerdings mangele es an einem koordinierten Austausch über Erfahrungen und an Best-Practice-Beispielen. Die Koordinierungsstellen sollen hier ansetzen.
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