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Querumer Forst: Baumfällungen bleiben umstritten

Ortstermin im Querumer Forst am 19.03.2015 (Peterskamp): v.l.n.r. Holger Herlitschke (Grüne), Karsten Mentasti (BZ), Barbara Schulze (Grüne), Tobias Henkel (SBK)
 
Bei der Ratssitzung am 24.03.2015: Blick vom Rednerpult in den Sitzungssaal
Pressemitteilung Grüne Ratsfraktion 25.03.2015
Ortstermin & Ratssitzung – Grüne bewerten Diskussionsverlauf

Stellungnahme des Grünen Fraktions- und Ausschussvorsitzenden Holger Herlitschke (Planungs- und Umweltausschuss) zu den “Verkehrssicherungsmaßnahmen” der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK) an der Tiefen Straße, an der Bevenroder Straße, am Peterskamp, an der Forststraße und an der Boeselagerstraße:

„Der Ortstermin mit der SBK im Querumer Forst (Bevenroder Straße / Peterskamp) am 19. März 2015 war für uns sehr aufschlussreich. Mit einiger Erleichterung haben wir erfahren, dass die SBK anscheinend nicht mehr vorhat, dort zeitnah „Tabula Rasa“ zu machen. Als die – mittlerweile bereits abgeschlossenen – Baumfällungen öffentlich bekannt wurden, hatten wir zunächst anderes befürchtet. In den Mitteilungen der Stadtverwaltung und der SBK war schließlich von umfangreichen Baumfällungen bzw. Fällarbeiten die Rede. Das hätte auch bedeuten können, dass kurzfristig sämtliche Bäume an den durch den Wald führenden Straßen abgeholzt werden. SBK-Direktor Tobias Henkel und SBK-Förster Burkhard Röker sprechen nun deutlicher von einem mittel- bis langfristigen Prozess. An dem erklärten Ziel, die Waldbäume am Straßenrand Schritt für Schritt gänzlich zu entfernen, halten sie allerdings unbeirrt fest.

Unsere Ratsfraktion beurteilt diese Art der „Verkehrssicherung“ (wie der BUND) nach wie vor als wenig sinnvoll und stark übertrieben. Wir präferieren stattdessen eine regelmäßige Begehung des Waldes und die punktuelle Entfernung gefährdender Bäume bzw. Äste. Für die SBK wäre damit jedoch ein erhöhter Kontroll- und Kostenaufwand verbunden, den sie offensichtlich zukünftig vermeiden will. Insofern spielen naturschutzfachliche Erwägungen für die SBK augenscheinlich eine geringere Rolle als betriebswirtschaftliche. Sie wird damit u. E. ihrer Vorbildfunktion als bedeutende Stiftung mit großem Vermögen nur bedingt gerecht. Wir hoffen sehr, dass dieses Vorgehen der SBK in Braunschweig und der Region keine Schule macht.

Die Stadtverwaltung hat sich bei der Ratssitzung am 24. März 2015 (Dienstag) in dieser Frage bedauerlicherweise nicht klar und eindeutig positioniert. So hat sie zum einen das Vorgehen der SBK als „ordnungsgemäße Unterhaltung“ und „rechtlich nicht zu beanstanden“ bezeichnet. Zum anderen hat sie formuliert, dass „noch geringere Eingriffe in den Baumbestand“ grundsätzlich vorzuziehen wären. Eine deutlichere Kritik am Vorgehen der SBK sucht man in der Stellungnahme des Stadtbaurates (zur Grünen Ratsanfrage) leider vergeblich.

Das mag daran liegen, dass die SBK sich im Vorfeld mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Braunschweig abgestimmt hat. Oberbürgermeister Ulrich Markurth hat davon anscheinend erst spät erfahren, das Thema dann aber zur „Chefsache“ gemacht. Wir begrüßen seine Gespräche mit den SBK-Vizepräsidenten, auch wenn dabei nicht sonderlich viel herausgekommen zu sein scheint. Warum der OBM nur Gerhard Glogowski und Dr. Christoph Meyns, nicht aber Dr. Gert Hoffmann kontaktiert hat, ist für uns rätselhaft. Schließlich ist Dr. Hoffmann nicht nur der Stiftungspräsident, sondern auch der einzige offizielle Vertreter der Stadt Braunschweig im SBK-Präsidium.“

Zum Hintergrund:

Am 03. März 2015 informierte die Stadtverwaltung die Ratsgremien darüber, dass die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK) an den Straßen im Querumer Forst „in einer Tiefe von 10 bis zu 20 m umfangreiche Baumfällungen“ durchführen wolle.

Am 04. März 2015 erläuterte die SBK in einer Pressemitteilung die für den Zeitraum 09.-31.03.2015 terminierten Fällarbeiten, deren Ziel es sei, die herausgenommenen Waldbäume durch „einen Waldrand aus Licht liebenden Sträuchern“ zu ersetzen.

Am 10. März 2015 reagierten wir Grünen darauf mit einer Anfrage zur Ratssitzung am 24.03.2015 – „Baumfällungen an Straßen und Wegen zur „Wahrung der Verkehrssicherheit“ (z. B. im Querumer Forst)“.

Am 11. März 2015 wurde ein Dringlichkeitsantrag der BIBS, der auf eine Beschränkung der Baumfällungen auf „Gefahrenbäume“ abzielte, im Planungs- und Umweltausschuss (PlUA) von CDU und SPD abgelehnt – nur Grüne und BIBS stimmten dafür.

Am 13. März 2015 wandte sich unsere Grüne Fraktion mit der Forderung an die SBK, die Baumfällungen sofort zu beenden, da sie „einem falschen und fragwürdigen Verständnis der Verkehrssicherungspflicht“ von Waldeigentümern entspringen würden.

SBK-Direktor Tobias Henkel reagierte daraufhin umgehend mit dem Vorschlag eines Ortstermins im Querumer Forst, der am 19. März 2015 auch tatsächlich stattfand (Ecke Bevenroder Straße / Peterskamp).

Teilgenommen haben an diesem Ortstermin von Grüner Seite: Unsere Ratsherren Holger Herlitschke (Fraktions- & Ausschussvorsitzender) und Karl-Heinz Kubitza, unsere Bezirksratsmitglieder Kristine Schmieding (112 Wabe-Schunter-Beberbach) und Horst-Dieter Steinert (332 Schunteraue), unser Aufsichtsratsmitglied Frank Gundel (Flughafen BS-WOB GmbH), die BUND-Kreisvorsitzende Dr. Eva Goclik, der ehemalige Querumer Revierförster Wolfgang Florack sowie unsere Fraktionsgeschäftsführerin Barbara Schulze. Die SBK wurde vertreten durch Stiftungsdirektor Tobias Henkel und Stiftungsförster Burkhard Röker.

Weitere Infos:

- „Querumer Forst: Baumfällungen sofort beenden!“ (Homepage-Meldung vom 16.03.2015)


Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
im Rat der Stadt Braunschweig
Rathaus, Zi. A 1.60/61
38100 Braunschweig
Tel.: 05 31/470-32 98
Fax: 05 31/470-29 83
E-mail: barbara.schulze(at)braunschweig.de
Internet: http://www.gruene-braunschweig.de
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