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„Protz passt nicht zur Eintracht“

Die Moderatoren Robin Koppelmann (l.) und Karsten König (r.) mit den fünf Kandidaten (v.l.): Hennig Brandes, Wolfgang Büchs, Udo Sommerfeld, Ulrich Markurth und Holger Herlitschke. Foto: SH

Im Eintracht-Stadion trafen sich die fünf Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters.

Von Christoph Matthies, 12.03.2014.

Braunschweig. Am 25. Mai findet in Braunschweig die Wahl des Oberbürgermeisters statt. Auf Einladung von Fanprojekt und Fanrat kamen die Kandidaten der fünf Parteien am Freitagabend im Business-Bereich des Eintracht-Stadions zusammen – und bewiesen viel Know-how in Sachen Eintracht und dessen Umfeld.

Schade, dass nur etwa 70 Besucher dem Austausch der fünf Politiker und Ratsmitglieder beiwohnten. Alle anderen verpassten interessante Bekenntnisse. Von Ulrich Markurth zum Beispiel: „Ich bin mal in der Südkurve des Stadions zusammengeschlagen worden, noch zu Erstliga-Zeiten, gegen Oberhausen.“ Der SPD-Kandidat weiß also, wovon er spricht, wenn er vor Naivität im Umgang mit Gewalt warnt. Und davor, das Prinzip der Fantrennung voreilig zu kritisieren.
Doch es ging um viel mehr als nur die Sicherheit. So wurde außerdem über die Verkehrssituation, das Fanprojekt oder das Fanhaus gesprochen. Und auch noch einmal über den Stadionausbau. Während Wolfgang Büchs (Bibs) die Bürgerbefragung auch nachträglich als „Showveranstaltung“ geißelte, räumte Linke-Politiker Udo Sommerfeld Fehler ein: „Die Schärfe der Auseinandersetzung hätte von uns so nicht sein müssen.“ Und äußerte doch weiterhin Unverständnis darüber, dass Business-Logen für Vermögende aus Steuergeldern finanziert wurden. „Wenn Sie Bundesliga spielen wollen, brauchen Sie Vip-Logen“, wandte Hennig Brandes (CDU) ein. „Von Klassenkampf im Stadion halte ich gar nichts.“
Keine zwei Meinungen gab es dagegen zur Zukunft der blau-gelben Spielstätte: „Ein neues, größeres Stadion würde mindestens 50 Millionen kosten. Als Stadt kriegen wir das ohne Großsponsor gar nicht gewuppt“, verbannte Markurth wie auch seine Mitbewerber solche Ideen in das Reich der Träume. „Protz passt auch gar nicht zur Eintracht“, befand der SPD-Politiker und verwies auf die „sensationelle Atmosphäre“ im weiten Stadionrund. Diese war auch Grünen-Kandidat Holger Herlitschke aufgefallen, der mutig bekannte, nicht immer Eintracht-affin gewesen zu sein – und daraufhin explizit die Choreografien der Südkurve lobte: „Als Architekt finde ich es gut, wenn schöne Dinge passieren.“
Einig waren sich alle Politiker darin, dass das Fanprojekt soziokulturell ungemein bedeutsam sei und mehr Geld benötige.
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