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Protest gegen Waffenexporte

Rund 40 Teilnehmer beim Ostermarsch.

Von Birgit Leute, 08.04.2012.

Braunschweig. Afghanistan, Iran, Syrien – auch nach mehr als 50 Jahren gehen den Ostermarschierern die Themen nicht aus.

Mit rund 40 Teilnehmern zählte die gestrige Demonstration allerdings zu den am schlechtesten besuchten der vergangenen Jahre. „Das liegt am Wetter“, entschuldigte Daniel Gottschalk, Mitarbeiter des Friedenszentrums Braunschweig, die eher verhaltene Resonanz. Wie jedes Jahr wurde der Ostermarsch vom „Braunschweiger Bündnis für den Frieden“ veranstaltet. Mit Fahnen und Fahrrädern zogen die Teilnehmer vom Kohlmarkt aus durch die Innenstadt und forderten unter dem Motto „Waffenexporte stoppen – Kriege beenden!“, ein Ende der Einmischung durch militärische Hilfeleistungen.
Im Mittelpunkt der Reden: Immer wieder Syrien und der Iran. Ute Lampe vom Braunschweiger Bündnis forderte von der Bundesregierung eine stärkere Bereitschaft, zu verhandeln. „Vor einem Jahr tobte der Krieg gegen Lybien, doch was hat er gebracht außer Instabilität in dem Land?“, fragte sie die überschaubare Menge von Zuhörern auf dem Kohlmarkt. In Syrien sei jetzt ein neuer Interventionskrieg zu befürchten. „Es geht doch gar nicht um die Menschen. Es geht um handfeste Interessen: den Zugriff auf Öl und andere Rohstoffe sowie auf die Transportwege“, kritisierte Lampe.
Mit ihren Forderungen unterstützen die Braunschweiger Friedensaktivisten die im vergangenen Jahr gegründete bundesweite Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“. Schirmherrin der Aktion, die den Waffenhandel unter stärkere Kontrolle der Bundesregierung stellen will, ist Professor Margot Käßmann.
Insgesamt finden an diesem Wochenende in ganz Deutschland rund 70 Ostermärsche statt. Einige, wie in München, griffen auch die jüngste Israel-Kritik des Schriftstellers Günter Grass auf und dankten ihm mit einem eigenen Gedicht für seine Haltung. Ostermärsche gibt es seit mehr als 50 Jahren, doch im Gegensatz zu ihrer Hochzeit in den 80er Jahren mit bundesweit bis zu 200 000 Demonstranten, nehmen heute nur noch einige Tausend Menschen teil.
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