Anzeige

Protest auf breiter Basis

25 Jahre AG Schacht Konrad – Ab 24. August wird gefeiert.

Von Marion Korth, 19.08.2012.

Braunschweig. Asse, Morsleben, Schacht Konrad – die Region hat genug „Brennstoff“ für den Protest gegen die Nutzung der Atomenergie zu bieten. „Wir sprechen nicht oft über uns selbst“, sagt Peter Dickel. Aber 25 Jahre Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad sind jetzt ein Grund. Als Endlager ist der Schacht noch immer im Gespräch, in der Asse geht es um Flutung oder Rückholung des Atommülls.

Es gibt noch immer genug zu tun, aber es gibt auch einen „großen Erfolg“ zu melden: „Durch unsere Form der Zusammenarbeit ist es gelungen, dem Protest ein Gesamtbild zu geben und zu zeigen, dass die Gesellschaft das nicht will.“ Dickel denkt dabei nicht zuletzt an die Lichterkette im März, als dem ersten Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Fukushima gedacht wurde, und sich Bürger, Initiativen, Vereine und Verbände ganz selbstverständlich einreihten. Es sei eine neue Antiatomkraftbewegung entstanden, in der alle an einem Strang zögen, selbst wenn sie in Einzelfragen unterschiedlicher Ansicht seien, sagt er.
Dickel kennt den Protest von Anfang an. Als Student war er 1976 bei einer Demonstration gegen den Bau des Atomkraftwerks Brokdorf dabei. „Ich war entsetzt, mit welcher Brutalität dort gegen die Bevölkerung vorgegangen worden ist“. Brokdorf spielt jetzt wieder eine Rolle, in der Dokumentation „Das Ding vom Deich“.
Als die AG Schacht Konrad im Juni 2008 an den Tag brachte, dass die Lauge in der Asse mit Cäsium belastet ist, schwappte eine Medienwelle über die ganze Bundesrepublik. „Asse und Morsleben sind Realität, da müssen wir gar nicht erst spekulieren, was in einer Million Jahren in Konrad oder Gorleben passiert“, meint Vorstandsmitglied Peter Dickel. Für ihn gibt es keine Alternative zur Rückholung des Atommülls, auch wenn der dann oberirdisch der Asse noch sortiert und untersucht werden müsse.
Fukushima habe noch einmal deutlich gemacht, dass am Ausstieg kein Weg vorbeiführt. „Es war mutig von Frau Merkel, sich über alle rechtlichen Bedenken hinwegzusetzen und acht Akw vom Netz zu nehmen“, sagt Dickel. Nach der Landtags- und der Bundestagswahl müsse sich zeigen, ob es der Politik ernst ist mit der Energiewende, oder ob weiter Kosten- und Technikfragen vorgeschoben würden, um den Weg der regenerativen Energien zu blockieren.
Das Endlagersuchgesetz ist aus Sicht des Vereins „nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben steht“. Deshalb wird der Protest am Schacht Konrad und anderswo weitergehen. Ein Protest, der von vielen Schultern getragen werde. „Vor 30 Jahren haben die Leute in Bleckenstedt eher die Fenster zugenagelt, heute entschuldigen sie sich, wenn sie nicht zu Demo kommen“, sagt Ludwig Wasmus. In 25 Jahren hat die AG Schacht Konrad allerhand bewegt.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.