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Polizei darf zufrieden sein

Bilanz: Weniger Straftaten, Aufklärungsquote so hoch wie noch nie

Von Marion Korth, 28.03.2010

Braunschweig. Weniger Diebstähle, weniger Rohheitsdelikte, wie Raub oder Körperverletzung, und dazu eine Aufklärungsquote, die so hoch ist wie nie zuvor: Polizeipräsident Harry Döring sah zufrieden aus, als er am Mittwoch die Kriminalstatistik der Polizeidirektion Braunschweig präsentierte.

Die Zahl der Straftaten ist deutlich auf knapp 79 000 gesunken, die Aufklärungsquote gleichzeitig gestiegen: auf 60,32 Prozent. „Wir können Straftätern sagen, dass sie bei uns gute Chancen haben, erwischt zu werden“, meinte Döring.
Nach Göttingen ist die Region damit die zweitsicherste in Niedersachsen. Im landesweiten Vergleich belegt der Landkreis Wolfenbüttel weiterhin den ersten Platz, die Kreise Peine und Gifhorn folgen auf Platz sechs und acht.
Aber es gibt auch Probleme. Zwar ist die Zahl der Autoaufbrüche und Diebstähle aus Autos um mehr als 26 Prozent zurückgegangen, aber dafür werden die Fahrzeuge jetzt lieber gleich komplett gestohlen (Anstieg der Fallzahl um fast 45 Prozent auf 865). Bevorzugt haben es die Täter auf die VW-Modelle T4 und T5, Sharan sowie den Audi A6 abgesehen. „Wir wissen, wie sie vorgehen, aber es bleibt wenig Zeit, um sie zu erwischen“, sagte Döring. Die Fahrzeuge werden weiter nach Osteuropa gebracht. In einem Fall war ein Täter nach Tschechien unterwegs. Um den Tätern auf die Spur zu kommen, hatte die Polizei ein Fahrzeug so präpariert, dass es ständig seine Koordinaten meldete und verfolgt werden konnte. „Das Auto wurde nicht nachts, sondern völlig atypisch vormittags um 10.30 Uhr bewegt“, berichtete Polizeipräsident Harry Döring. Noch erstaunter seien die Beamten gewesen, als die Fahrt nicht wie vermutet Richtung Polen ging, wo die Kollegen bereits alarmiert worden waren, sondern Richtung Tschechien. Das Auto sei gestoppt worden, der Fahrer war Tscheche. Den Kopf der Bande hat die Polizei noch nicht erwischt. „Aber da sind wir heftig hinterher“, sagte Döring. Mit einer Aufklärungsquote von 59,88 Prozent hat die Polizeiinspektion ihren bisher höchsten Wert erreicht. Die Zahl der Straftaten, besonders die der Diebstähle, sank auch in Braunschweig. Inspektionsleiterin Cordula Müller freut, dass nach dramatischen Steigerungen um bis zu 13 Prozent bei der Zahl der Körperverletzungen erstmals wieder ein Rückgang verzeichnet werden konnte. Müller führt das „auf die konsequente Strafverfolgung“ zurück. Bekannte Schläger, die immer wieder aufgefallen sind, sitzen nun in Haft. Zudem hätte sich „die starke Polizeipräsenz an Brennpunkten“ bewährt, sagte sie. Aus diesem Grund seien auch Diebstähle, mit denen sich Süchtige ihren Drogenkonsum finanzieren, zurückgegangen.
Wenn Menschen zu Schaden kommen, dann ist häufig Alkohol im Spiel. Mehr als 60 Prozent der Heranwachsenden, die bei Körperverletzungsdelikten als Täter ermittelt worden waren, hatten getrunken, bei den Jugendlichen waren es 36 Prozent. Auch in Zukunft werde es Testkäufe geben. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass Jugendliche nicht an Alkohol herankommen“, sagte Müller. Aus der Kriminalstatistik lässt sich eine Verlagerung ablesen. Die Zahl der Diebstähle im Bereich der Polizeidirektion Braunschweig ging zwar zurück, dafür verzeichnete die Polizei mehr Internetkriminalität (4425 Fälle, +20,5 Prozent). Da würden Waren bestellt und nicht bezahlt oder aber bezahlte Waren nicht geliefert, erläuterte Polizeichef Harry Döring.
Ebenfalls mehren sich die Betrugsfälle mit EC-Karten. Auch in Braunschweig waren Pin-Nummern an Geldautomaten ausgespäht und Kontos abgeräumt worden. Im vergangenen Jahr gab es ein Plus von 225 auf 683 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt mit mehr als 58 Prozent relativ hoch.
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