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Politisch, laut und farbenfroh

16. Sommerlochfestival endete gestern.

Von Martina Jurk, 31.07.2011

Braunschweig. Farbenfroh, schrill und vor allem politisch endete gestern das 16. Sommerlochfestival mit der CSD-Parade durch die Innenstadt und der Kundgebung auf dem Burgplatz.

2000 Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Heterosexuelle demonstrierten mit zehn Wagen vom Kleinen Haus zum Burgplatz. „Damit war das die bisher größte CSD-Parade in Braunschweig. Wir wachsen“, freute sich Nadine Haufe, Pressesprecherin des Sommerlochfestivals, so der Name des Christopher Street Days (CSD) in Braunschweig. Zu den knapp 30 Veranstaltungen des zweiwöchigen Rahmenprogramms kamen 1500 Besucher. Höhepunkt des Festivals war die zweitägige Kundgebung am Freitag und gestern. Mehr als 20 000 Teilnehmer und Besucher waren dabei. Auf dem Burgplatz am Freitagabend sorgten unter anderen Die bösen Schwestern, die Highlight Musical Company, Arne Ziegfeld, Ole Lehmann, Vanessa Maurischat und Holger Edmaier für die richtige Auftaktstimmung. Stargäste des Bühnenprogramms am Sonnabend waren die Weather Girls mit ihrem Hit „It‘s raining men“. Zum Glück blieb es trocken. Einige Zuschauer spannten symbolisch ihre Regenschirme auf, tanzten und sangen mit. Die Braunschweiger Aids-Hilfe machte mit ihrer Luftballon-Aktion darauf aufmerksam, dass das Thema HIV-Infektion nach wie vor hoch aktuell ist. „Vor allem viele junge Schwule unterschätzen das Risiko“, sagte Nadine Haufe.
Erstmals setzte das Sommerlochfestival mit ausgewählten Veranstaltungen einen Schwerpunkt zum Thema „Glauben und Homosexualität“.
Für besonderes Aufsehen bei der Demonstration sorgten auch diesmal die Verkleidungskünstler Tatjana Taft sowie Maic & Marc mit ihren schrillen Outfits. „Die Menschen sind seit den Anfängen der CSD-Demonstration aufgeschlossener und toleranter geworden. Früher trauten sich viele nicht herzukommen aus Angst, von einem Nachbarn oder Arbeitskollegen gesehen zu werden“, erzählten die Künstler.
Dennoch gäbe es immer noch Ablehnung und Vorurteile gegenüber anders Lebenden. Der politische Kampf müsse deshalb weitergehen. Wegen ihrer sexuellen Identität dürften Menschen nicht diskriminiert werden, so Nadine Haufe. Entsprechend stand das Festival auch unter dem Motto „Weiter geht‘s – miteinander für mehr Vielfalt“. Veranstalter des Sommerlochfestivals ist der Verein für sexuelle Emanzipation.
Organisiert wird es von einem 16-köpfigen ehrenamtlichen Team und weiteren 50 freiwilligen Helfern. Das Festival hat sich zur größten öffentlichen und politisch motivierten Plattform les.bi.trans.schwulen Lebens in Niedersachsen entwickelt.
Es ist der größte Christopher Street Day zwischen Berlin, Hamburg und Köln.
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