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„Politik war schon mein Abi-Fach“

kristin krumm kandidiert frü den bundestag Foto: regios24/Lars Landmann

Kristin Krumm kandidiert für den Wahlkreis 51 Helmstedt-Wolfsburg.

Von Jörg Kleinert, 24.02.207.

Helmstedt/Wolfsburg. Einst rief Alt-Kanzler Gerhard Schröder als Bundestags-Neuling, die Hand am Zaun des Bonner Kanzleramts: „Ich will da rein.“ Nicht mit diesem brennenden Ehrgeiz und mit aller Macht, aber doch mit einem gewissen Nachdruck rüttelt Kristin Krumm an der Tür zum Deutschen Bundestag.

Die 29-jährige FDP-Politikerin, seit 2011 Mitglied im Wolfsburger Stadtrat und 2016 wiedergewählt, hat die erste – wenn auch kleine – Hürde genommen. Die FDP-Kreistagsvorsitzenden Lars Alt (Helmstedt) und Hans-Joachim Throl (Wolfsburg) schlugen die Mediengestalterin, Inhaberin einer eigenen Agentur in der Nordstadt, im Januar als Bundestagskandidatin für den Wahlkreis 51 Helmstedt-Wolfsburg vor. Parlament statt Werbeagentur?

Funktioniert das?
Raus aus einem Team junger Mitarbeiter und Kunden, rein in den Berliner Kuppelbau, in dem Bundestagsabgeordnete sitzen, deren Durchschnittsalter in der vergangenen Legislaturperiode bei fast 50 Jahren lag und wo mitunter behäbige politische Prozesse viel Geduld erfordern. „Ja, das geht“, sagt Kristin Krumm mit überzeugt klingender Stimme. „Würde ich in den Bundestag gewählt, bliebe Wolfsburg allerdings mein Lebensmittelpunkt.“ Kristin Krumms Ziel: Sie will den Beweis führen, dass junge Leute sich sehr wohl für Politik interessieren – und sogar etwas bewegen können. Sie will eigene Themen setzen. „Ich sehe mich in der Wirtschaftspolitik.“

Auch die Digitalisierung auf kommunaler Ebene und im Bund und die Jugendförderung wolle sie anstoßen. Ein Satz wie „Lass mich bloß in Ruhe mit Politik“ käme der gebürtigen Wolfsburgerin nicht über die Lippen. Schon im Schulzentrum Kreuzheide hatte Kristin Krumm Politik als Abi-Fach.
Ihre Leidenschaft und ihr Engagement, Dinge zu verändern, ist seitdem ungebrochen. Sie lässt sich nicht abschrecken vom Ansehensverlust der Politiker, von der hier und da herrschenden Schwerfälligkeit der Arbeit in den Gremien und Ausschüssen.

Plan B
Und wenn es nicht klappt mit dem Einzug ins Berliner Parlament, gibt es einen Plan B? Kristin Krumm wird dann alle Kraft dem Ausbau ihrer Agentur widmen, denn: „Die Liebe zur Grafik und Werbung bleibt.“ Und die zu Barcelona, Kristin Krumms Lieblingsstadt. „Ich mag Gaudi und seine Kunst.“ Sie reist am liebsten in europäische Großstädte. Auch für das Kochen bliebe ohne Parlamentsarbeit mehr Zeit. „Ich bekoche gerne Freunde und Familie, am liebsten mit italienischer, türkischer oder spanischer Küche.“


Nachgehakt: Zehn Fragen an die junge Nachwuchspolitikerin

? Ich kandidiere für den Bundestag, weil …

!… ich überzeugt bin, dass es endlich Zeit wird für moderne und zukunftsorientierte Politik. Gerade in Zeiten großer Sorge um die politische Weltlage wird die FDP den Menschen Mut machen und keine Ängste schüren. Wir wollen zudem über Themen wie „digitale Infrastruktur“ und „Modernisierung des Bildungssystems“ nicht nur reden, sondern den Wandel auch umsetzen. Deutschland hinkt in diesen und anderen Bereichen im europäischen Vergleich momentan hinterher …

?Für meinen Wahlkreis will ich in Berlin vor allem erreichen, dass ...

!… die verkehrliche Infrastruktur in unserer Region 38 besser wird. Sowohl die Autobahnen, die Bahnstrecken/Trassen als auch die Landstraßen werden bisher stiefmütterlich vom Bund behandelt. Hier muss endlich etwas passieren. Der wirtschaftliche Erfolg gibt dieser Region das Recht und die Notwendigkeit die Forderung nach moderner Infrastruktur zu stellen.

?Wenn ich in Berlin nur ein einziges politisches Projekt umsetzen dürfte, dann wäre das …

!… ganz Deutschland bis in die letzten Ecken auf dem Land an das Breitbandnetz anzuschließen. Deutschland sollte die Globalisierung endlich für eine fortschrittliche Wirtschaftsentwicklung nutzen … und dies geht nur, wenn wir in Glasfasernetze investieren. So steigern wir die Wettbewerbsfähigkeit für unser Land.

?Immer mehr Menschen wenden sich von der Politik ab, weil …

! … Diese Behauptung kann ich so nicht mittragen. Meine Kollegen und ich erfahren in den vergangenen Monaten immer mehr Zuspruch für unsere politische Arbeit. Durch Trump, Brexit und AfD wurden viele wachgerüttelt und sehen, sie müssen sich spätestens JETZT für ihre Zukunft in einem sicheren, modernen und wirtschaftlich aufstrebenden Land engagieren.

?Die Schlagzeile, die ich am liebsten über mich lesen würde, sollte lauten …

!… Kristin Krumm hält erste Rede im Bundestag.

?Mein politisches Vorbild ist …

!… momentan Christian Lindner – sympathisch, fordernd und immer eine kesse Antwort parat.

?Meine größte persönliche Stärke ist ...

!… mein Ziel auch in schwierigen Krisensituationen im Auge zu behalten.

?Meine größte persönliche Schwäche ist, ...

!… dass ich dazu neige, ein Workaholic zu werden. Aber solange ich meine Jobs und Aufgaben liebe, mache ich mir keine Sorgen.

?Mein Lebensmotto lautet …

!„Es gibt für alles zwei Zeitpunkte, den richtigen und den verpassten.“ [Stan Nadolny]
… Und meine Zeit kommt jetzt!

?Wenn ich nicht in den Bundestag gewählt werde, dann ...

!… läuft alles weiter wie bisher. Für mein politisches Engagement werde ich auch zukünftig den Fokus auf meine Heimatstadt Wolfsburg und das Umland legen. Außerdem verfolge ich das stetige Wachstum meiner Werbeagentur Magenta Design und freue mich auf viele kreative Herausforderungen.
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