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Organisierte Banden machen Sorgen

2015 stiegen die Straftaten erstmals wieder leicht an: Polizeipräsident Michael Pientka (M.) stellte die Kriminalstatistik für die Polizeidirektion Braunschweig vor, links Daniel Dahlke, Dezernatsleiter Presse, und Mathias Müller (regionale Analysestelle). Foto: T.A.

Polizeistatistik für 2015 – Mehr Wohnungseinbrüche, mehr gestohlene Fahrzeuge.

Von Marion Korth, 19.02.2016.

Braunschweig. Die gute Nachricht schickt Polizeipräsident Michael Pientka bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2015 vorweg: „Das Risiko, von einer Straftat betroffen zu sein, ist leicht gesunken.“

Gestiegen sind, so ergab die Auswertung, die Zahl der Autodiebstähle und die der Wohnungseinbrüche (+ 305 auf 2040).

Was für den gesamten Bezirk der Polizeidirektion gilt, gilt zum Glück nicht für Braunschweig: Dort ist die Zahl der Wohnungseinbrüche entgegen dem Trend deutlich um mehr als 100 auf 375 zurückgegangen. Darüber freut sich Braunschweigs Polizeichefin Cordula Müller besonders: „Wenn jemand in meinen persönlichen Lebensbereich eindringt, hat das eine ganz andere Dimension, als wenn jemand mein Fahrrad klaut.“ Ein Rückgang der Einbruchskrimininalität trage deshalb zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bei.

In der Statistik auch erfasst werden die Einbrüche, bei denen die Diebe nicht an ihr Ziel gelangten, insgesamt immerhin 133. Dass im gesamten Bezirk 37 Prozent der Taten im Versuchsstadium abgebrochen werden, führt der Polizeipräsident auch auf besseren Einbruchsschutz zurück. Er verwies auf die 1500 persönlichen (und kostenlosen) Gespräche der Sicherheitsberater der Polizei, die dazu sicher einen Beitrag geleistet haben. Das gleiche Ziel hätten nach tagesaktueller Analyse festgelegte Streifenfahrten in den Bereichen gehabt, in denen sich Einbrüche häuften. Die Erkenntnis aus den Einbrüchen, die aufgeklärt werden konnten: „Weniger als die Hälfte der Täter kommt von hier.“ Überregional agierende Diebesbanden auch aus Ost- und Westeuropa würden der Polizei die Arbeit schwermachen. Pientka kündigte einen Schwerpunkt in der Polizeiarbeit an, um eine Trendwende herbeizuführen.

Banden sind es auch, die den Diebstahl von Fahrzeugen organisiert haben. „Wenn der Diebstahl morgens bemerkt wird, sind die Fahrzeuge schon außer Landes“, sagt Ulf Küch, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes bei der Polizei Braunschweig. Auffällig sei, dass es nicht mehr unbedingt die fast fabrikneuen Wagen sind, die gestohlen werden, sondern ältere Fahrzeuge, vor allem Dieselautos, die als Ersatzteillager im Osten begehrt seien. Die Polizei steuere gegen. Indem die Ermittlungen zentralisiert und die internationale Zusammenarbeit verbessert wurden, habe sich die Aufklärungsquote etwas verbessert, sagte Pientka.
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