Anzeige

Oktober/ November 2017: Pannen, Lecks und ein mysteriöser Störfall

Foto: IRSN Oktober 2017: Erhöhte Ruthenium-106-Werte über Europa

Für die Menschen in Europa bestehe keine Gefahr. Der Ursprungsort des Rutheniums-106 hätte aber „großräumig evakuiert“ werden müssen, berichten jetzt Fachleute zu den erhöhten Strahlungsmessungen von Anfang Oktober.
Parallel dazu meldeten in den vergangenen Tagen einige Atomanlagen Störfälle.


Freisetzung am Unfallort „massiv“
In dem betroffenen Gebiet hätte eine „großräumige Evakuierung“ erfolgen müssen, heißt es im Abschlussbericht der Untersuchungen durch das französische Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire (IRSN).

Die Quelle der Freisetzung sei vermutlich im südlichen Ural zu verorten, in Russland oder Kasachstan, berichtete das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

Nach Wetterberechnungen des IRSN soll der Ursprung der Freisetzung „zwischen Ural und Wolga“ liegen, etwa 1000 Kilometer östlich von Deutschland.

Die in Europa gemessene Konzentration des Ruthenium-106 war sehr gering. In Deutschland habe die höchste Konzentration etwa 5 Millibecquerel pro Kubikmeter Luft betragen, so das BfS. Nach Angaben der niederländischen Strahlenschutzbehörde RIVM wurden mit 42 Millibecquerel pro Kubikmeter die höchsten Konzentrationen im Raum Wien gemessen. Daraus ergebe sich aber „keinerlei Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung“, bestätigt jetzt das französische IRSN.

Das radioaktives Nuklid nicht natürlichen Ursprungs wird in Reaktoren hergestellt und in der Nuklearmedizin zur Krebstherapie eingesetzt. Selten kommt es auch in Radionuklidbatterien zum Einsatz, die Satelliten und Raumsonden mit Strom versorgen. Doch Russland bestreitet einen Störfall in einer Atomanlage. Auch einen Satellitenabsturz habe es nicht gegeben. Die Ursache bleibt also weiter unklar.


Ähnlicher Vorfall im Januar

Ein ganz ähnlicher Vorfall ereignete sich Ende Januar 2017. Über Mitteleuropa wurden bis zu vierfach erhöhte Jod-131 Konzentrationen gemessen. Die Regierungen in Skandinavien zeigten sich besorgt. Ein Atombombentest oder ein Reaktorunfall wuden als Ursache für diese erhöhten Werte vermutet. Eine Mess-Station an der norwegischen Grenze, nahe der russischen Kola-Halbinsel war die erste, die Alarm schlug.
Auf Kola lagert Russland große Mengen Atommüll, vor allem aus alten Atom-U-Booten.
Eine offizielle Antwort auf die erhöhten Messwerte gibt es bis heute nicht.

Bitte weiterlesen in dem Blog von Jan Becker auf .ausgestrahlt.


Siehe Bitte auch: 21.11. 2017, Bernhard Pötter, taz.de: "Schwerer nuklearer Störfall in Russland- Werte um das Tausendfache erhöht.

"...In Russland hat sich offenbar im September ein schwerer atomarer Zwischenfall ereignet, der bislang verschwiegen wurde. Am Montag bestätigte der russische Wetterdienst Rosgidromet, dass in dem Dorf Argajash im Ural radioaktives Ruthenium-106 gemessen wurde, das die natürliche Strahlung um das 986-Fache überschreitet. Die Messstelle befindet sich nur etwa 20 Kilometer entfernt von der berüchtigten Atomfabrik Majak, wo sich bereits in der Vergangenheit schwere Nuklearkatastrophen ereignet haben. Würden dort EU-Standards gelten, hätte die Gegend wohl evakuiert werden müssen. Der Betreiber der Anlage, der russische Energiekonzern Rosatom, hat die Vermutung zurückgewiesen, die Strahlung stamme aus Majak.

Die Meldung über die radioaktive Belastung hatte Rosgidromet dezent als dritten Punkt einer Presseerklärung über Gewässerbelastungen publiziert. Sie bestätigt Berechnungen von deutschen und französischen Stellen, die im Herbst eine erhöhte Konzentration von Ruthenium in der Luft über Europa festgestellt hatten. Diese Werte sind inzwischen zurückgegangen. In Mittel- und Westeuropa habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden, erklärten die Behörden.

Über die Ursache für die massiv erhöhte Strahlung konnte Anfang Oktober nur spekuliert werden. Und auch jetzt machen die russischen Behörden keine genauen Angaben über den Vorgang. Greenpeace Russland hat deshalb die Atomfirma Rosatom aufgefordert, eine „tiefgehende Untersuchung über die Vorgänge“ zu veröffentlichen. Gleichzeitig müsse geklärt werden, ob es eine „Vertuschung eines nuklearen Unfalls“ gegeben habe....".


.



.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
4 Kommentare
1.858
S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 23.11.2017 | 16:29  
1.858
S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 24.11.2017 | 13:33  
525
Klara Fall aus Braunschweig - Innenstadt | 24.11.2017 | 16:29  
1.858
S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 26.11.2017 | 21:43  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.