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Offenes Ohr für soziale Projekte: Bundesminister auf Sommertour

Sigmar Gabriel diskutierte gestern mit Mitgliedern der Wir eG über Strategien und Perspektiven

Von Annette Heinze

Braunschweig. Draußen im Innenhof am Fallersleber Tore sitzt der Fahrer in der schwarzen Limousine. Drinnen in den Räumen der
Wir eG hört Bundesumweltminister und SPD-Bezirksvorsitzender Sigmar Gabriel im Karohemd seinen Gesprächspartnern zu.

Der Bundesminister ist auf „Sommerreise“. Am Vormittag hat er eine Sortieranlage für Leichtverpackungen bei der Firma Alba besichtigt, anschließend das Bioblockheizkraftwerk von BS-Energy. Nach dem Besuch der Parkbank-Zeitung steht nun ein weiteres soziales Projekt in der Stadt auf dem Programm. Ein Gespräch bei Kaffee und Streuselkuchen. Gabriel wirkt etwas abgekämpft, aber aufmerksam.
Die Wir eG bietet als Genossenschaft haushaltsnahe Dienstleistungen an. Sie beschäftigt derzeit zwei vorher Arbeitslose. Sie putzen oder renovieren Räume, bauen Zäunen auf, verlegen Bodenbelägen oder pflegen Gärten.
Die Beschäftigten seien zusätzlich auf Arbeitslosengeld II angewiesen, erläutert Uwe Söhl vom Diakonischen Werk. Er sitzt im Aufsichtsrat der Wir eG. Die Genossenschaft zahle sechs Euro Stundenlohn. „Das ist nicht viel“, räumt Söhl ein.
Ob ein gesetzlicher Mindestlohn das Projekt kaputt machen würde, fragt der Minister. „Das könnte sein“, sagt Söhl.
Er berichtet über die Probleme, Personal zu finden: „Wir brauchen Beschäftigte, die zuverlässig sind, selbständig arbeiten und auch vernünftig auftreten. Das ist nicht so einfach.“
Sigmar Gabriel fragt nach dem Verhältnis zur Kreishandwerkerschaft, nach dem Marketing der Genossenschaft und nach Möglichkeiten, Geld zu beschaffen. Am Ende der knappen Stunde schiebt der Minister Wir-Vorstand Volker Schaper eine Visitenkarte über den Tisch und bietet sich als Auftraggeber für Gartenarbeiten an: „Im Ernst, ich suche jemanden“, sagt der Minister. Er sei an fünf Tagen in der Woche in Berlin.
Das war wohl eher eine symbolische Geste. Denn vorher hatten die Vertreter der Genossenschaft bereits erwidert, das Fahrtgeld nach Goslar, dort wohnt Gabriel, sei wohl zu weit. Ein eigenes Auto besäßen nur noch wenige Langzeiterwerbslose.
Die Genossenschaft hat allerdings andere Aufträge zu besetzen. Sie sucht noch handwerklich geschickte, auch ältere Erwerbslose. „Wir mussten schon Arbeit ablehnen“, sagte Volker Schaper von der Wir eG im Gespräch.
Informationen gibt es bei der Wir eG unter Telefon 1 29 49 55.
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