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Offener Brief: Kein radioaktiver Abfall aus Leese nach BS!

Zur Ratssitzung am 24.4.2018 wird die BIBS-Fraktion eine Dringlichkeitsanfrage stellen, ob ab dem Jahr 2019 zu konditionierende Fässer aus dem Lager für atomare Abfälle in Leese nach Braunschweig kommen sollen. Zusätzlich hat sich BIBS-Ratsfrau Astrid Buchholz mit einem offenen Brief an Oberbürgermeister Ulrich Markurth gewandt:

"Sehr geehrter Herr Markurth,
der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) teilte am Montag, den 16.4.2018 mit, dass in der Landessammelstelle Leese lagernde 1484 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Inhalt an einem anderen Standort „nachqualifiziert“ und „nachkonditioniert“ werden sollen.

Eine Nutzung des Zwischenlagers Leese sei bis Ende 2030 vertraglich möglich, und bezüglich alternativer Lagermöglichkeiten führe das Land Niedersachsen Gespräche mit dem Bund. Aufgrund der aktuellen Rechtslage werde der Bund ab dem 1.1.2020 über mehrere bundesweite Zwischenlagerstandorte verfügen. Dort sollen schwach- und mittelradioaktive Abfälle bis zur Abgabe an das Endlager Schacht Konrad aufbewahrt werden, so in der Pressemitteilung des niedersächsischen Umweltministeriums (NMU) zu lesen.

Bereits 2013 waren erste Informationen an die Öffentlichkeit gelangt, dass in Leese radioaktive Fässer marode sind, die dort nicht überprüft und ggf. neu konditioniert werden können. In Leese ist die Firma Eckert & Ziegler Nuclitec (EZN) für die Zwischenlagerung der behandelten Abfälle und der Altabfälle zuständig. Auf seinem Firmensitz in Braunschweig-Thune verfügt EZN bekanntermaßen über hohe Umgangsgenehmigungen zur Behandlung von schwach- und mittelradioaktivem Abfall. Insofern steht seit 2013 im Raum, dass aus Leese kommende Atomfässer in Braunschweig-Thune behandelt und gelagert werden müssen. Auf Grundlage eines bereits 2017 vom NMU fertiggestellten Gutachtens erfolgte nun eine europaweite Ausschreibung zur Vergabe an ein für diese Dienstleistung geeignetes Unternehmen. „Ziel der Vergabe ist die Nachkonditionierung der 1.485 Steyerberg-Fässer zu Abfallprodukten und Abfallgebinden sowie die Nachqualifizierung der Dokumentation gemäß den Endlagerungsbedingungen für das zukünftige Bundesendlager Konrad durch den Auftragnehmer.“

Die neue Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag die Errichtung eines
„Bereitstellungslagers“ für Schacht Konrad angekündigt. Auf Braunschweiger
Stadtgebiet soll gemäß der „Transportstudie Schacht Konrad“ der Bahnhof Beddingen als zentraler Übergabebahnhof für die atomaren Abfälle zur Endlagerung in Schacht Konrad fungieren. Das interkommunale Gewerbegebiet Stiddien-Beddingen bietet sich als zentraler Ort für die abzuwickelnde „atomare Endlager-Logistik“ an.

Sollte nun noch EZN den Zuschlag zur Behandlung der Atommüll-Fässer aus Leese bekommen, wird Braunschweig damit endgültig zur Atommülldrehscheibe.

Angesichts der jüngsten Verlautbarungen aus dem Umweltministerium fordern
wir Sie, Herr Oberbürgermeister, auf, sich entschieden gegenüber dem Land Niedersachsen dahingehend zu positionieren, dass auf Braunschweiger Stadtgebiet
keine Atommüllfässer aus dem Zwischenlager Leese „nachqualifiziert“ und „nachkonditioniert“ werden. Die Stadt Braunschweig darf auf ihrem Stadtgebiet kein
offizielles Zwischenlager akzeptieren."
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5 Kommentare
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 24.04.2018 | 00:06  
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 24.04.2018 | 00:11  
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 24.04.2018 | 00:23  
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 24.04.2018 | 14:53  
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Sebastian Barnstorf aus Braunschweig - Innenstadt | 26.04.2018 | 16:29  
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