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Offener Brief an Frau Mundlos (CDU) - Äußerungen zum Thema Baumschutzsatzung

Betr.: Ihre öffentlichen Äußerungen zum Thema Baumschutzsatzung

Sehr geehrte Frau Mundlos,
stellen Sie sich vor, Sie könnten unsere Nordsee nicht mehr sehen!
... weil alle Grundstücke am Meer in privater Hand sind und deren Eigentümer/innen sich lieber inhohe Mauern hüllen und den Zugang zur Nordsee für die Bevölkerung versperren...

Die BI Baumschutz meint: Eigentum verpflichtet!
Deswegen darf niemand auf seinem/ihrem Grundstück völlig uneingeschränkt schalten und walten, wie er oder sie es will. *
Genauso wie in diesem fiktiven Beispiel haben alle Menschen dieser Stadt ein Recht auf saubere Luft, auf ein einigermaßen gesundes Stadtklima und auf die riesige Wohlfahrtswirkung der großen alten Bäume, die auch das Stadtbild prägen.

Aber: diese wertvollen, großen Bäume gibt es immer weniger und sie werden immer kostbarer.Niemand hat das Recht, einen solchen Baum, nur weil er auf privatem Grund wächst, ohne Not zu vernichten und ihn damit für immer allen Bürgerinnen und Bürgern unser Stadt zu nehmen. Der Baum gibt seine Geschenke an alle, ohne Rücksicht auf die Eigentumsverhältnisse.

Bitte denken Sie daran, dass die heutigen Zerstörungen der Stadtnatur das Stadtbild für die nachfolgenden Generationen prägen!
Wer die Bäume und Büsche auf seinem Grundstück vernichtet, trägt zu einer Temperaturerhöhungim Sommer bei. Diese Hitze macht vor Grundstücksgrenzen nicht halt und quält alle Nachbarinnen und Nachbarn gleichermaßen!
Auch der Sauerstoff in der Atemluft, den die Bäume erzeugen, die Filterwirkung für Feinstaub undSchadstoffe, die Lärmminderung etc. kennen keine Grundstücksgrenzen.

Ihre Annahme, dass Privatbesitzer/innen verantwortungsvoll mit ihren Bäumen umgehen, hat sichleider nicht bewahrheitet. Große Baumbestände wurden ohne Not und erkennbare Gründe entfernt.

Die Vergleiche von Luftbildern vor und nach 2002 (Abschaffung der Baumschutzsatzung) offenbaren deutlich das Ende der ehemals “GRÜNEN STADT” - dennoch wird weiter gefällt.

Laufend erreichen uns Klagen von irritierten Bürger/innen, die unmissverständlich wieder mehr Wertschätzung unserer Bäume und damit mehr Lebensqualität fordern.
Umfassende Baumschutzverordnungen für private und öffentliche Flächen sind in den meisten Städten, auch in unseren Nachbarstädten, ein praktikables und akzeptiertes Instrument zur Förderung des Stadtgrüns.

Der von Ihnen angegriffene Antrag der interfraktionellen Arbeitsgruppe enthält leider noch nichteinmal eine fertige Baumschutzsatzung, sondern lediglich den Prüfauftrag an die Verwaltung, ob eine “Baumschutzsatzung light” eingeführt werden sollte, die eine Beratungspflicht, aber keine Sanktionen bei Fällungen gesunder, großer Bäume vorsieht.

Wir wollen, dass auch die 85 % des Stadtgrüns, die in den Händen der Stadt sind, geschütztwerden. Das ist aus unserer Sicht seit 2002 leider nicht der Fall! Bäume erfahren im Moment praktisch keine Wertschätzung.

Allein die Existenz einer Baumschutzsatzung, wenn auch nur für private Eigentümer/innen, würdedazu führen, dass auch in den städtischen Behörden sensibler mit unserem Stadtgrün umgegangen und häufiger zugunsten des Erhaltes von Bäumen entschieden würde.

Wir appellieren an Sie in Ihrer Verantwortung als Ratsfrau im Sinne aller Menschen unserer Stadt,einschließlich der Grundstückseigentümer/innen, nicht nur den Antrag der interfraktionellen Arbeitsgruppe, sondern darüber hinaus auch eine vollwertige Baumschutzsatzung zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Sambou Edmund Schultz
für die BI Baumschutz Braunschweig

Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig
c/o Umweltzentrum Braunschweig e. V.
Hagenbrücke 1/2, 38100 Braunschweig
bi-baumschutz-braunschweig@gmx.de
bi-baumschutz-braunschweig.jimdo.com
facebook.com/BIBaumschutzBraunschweig
twitter.com/bibaumschutzbs


.* Anmerkung, Leunig: in Braunschweig sollte es gerade auch für die Stadt Braunschweig gelten. Die wahren brutalen Abholzungsorgien in den letzten Jahren zeigt, das hier auch die Natur vor der Stadt Braunschweig geschützt werden muß.

Das eingetragenes europäisches Kernschutzbiotop mit mehreren 200 Jahre alten Bäumen, für den sog. Forschungsflughafen platt gemacht.

Schlosspark für eine Mall mit Schlossfassade platt gemacht.

Bürgerpark für Steigenberger und VW Arena platt gemacht usw.


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2 Kommentare
1.863
S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 05.03.2018 | 19:33  
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 05.03.2018 | 20:50  
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