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Noch keine Zeit für Kreuze

Proteste gegen Flughafenausbau ungebrochen – Knapp 200 Menschen bei Kundgebung

Von André Pause, 17.01.2010

Waggum. „Wir trauern nicht, wir kämpfen um den Wald. In zwei Wochen könnt ihr hier mit Kreuzen kommen“, sagt Peter Rosenbaum von der Bürgerinitiative Braunschweig (BiBS) zu einer Mitprotestlerin.

Noch stehen die Bäume im Querumer Forst, die in Kürze der Startbahnverlängerung des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg zum Opfer fallen sollen. Es sei zwar spät, aber noch nicht zu spät, so Rosenbaums Argument. Die Frau mit dem Todessymbol schaut ein wenig geknickt, lässt sich ihr kleines Holzkreuz jedoch nicht ausreden.
Auch am gestrigen Samstag trafen sich wieder Gegner des Ausbauprojekts am Sportplatz Waggum, um gemeinsam zur Rodungsstelle vorzudringen und friedlich zu demonstrieren. Dieses Mal bahnten sich knapp 200 Waldgänger den Weg in das notdürftig mit Plastikband abgesperrte Areal. Die Polizisten zogen sich daraufhin zurück und postierten sich vor den Arbeitern und ihren Harvestern. Bereits Donnerstag und Freitag war es Waggumer Bürgern nach Informationen der Bürgerinitiative Braunschweig gelungen, die Harvester stundenweise zu blockieren.
Außerdem wurde ein Nachtlager als Mahnwache gestartet. „Das soll ein Zeichen sein und zugleich als Anlaufstelle für andere dienen“, sagte Heiderose Wanzelius, Religionslehrerin und BiBS-Ratsmitglied, die am Freitagabend gemeinsam mit fünf Mitstreitern Quartier in Biwak-Zelten bezogen hat.
Noch hoffen die Aktivisten gemeinsam auf einen Stopp des Ausbaus, obwohl die Gegenseite bislang kein Entgegenkommen signalisiert hat. Für Montag ist ein Moratorium mit Vertretern aller beteiligten Parteien avisiert. Landesbischof Friedrich Weber wird dann versuchen, zwischen den Bürgerinitiativen, der Flughafengesellschaft und der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz zu vermitteln, quasi in letzter Sekunde.
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