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Neues Stadt-Quartier St. Leonhard geplant

Die Ansicht von der Leonhardstraße: Die denkmalgeschützten Stallscheunen grenzen an das neue sechsgeschossige Eckhaus. Quelle: Feddersen Architekten
 
Im Quartier entstehen sogenannte Kulturhöfe.
Braunschweig: St. Leonhardkapelle |

Richard Borek Stiftung will erstes integratives Stadtviertel realisieren.

Von Martina Jurk

Braunschweig, 24.11.2015. Ein neues Quartier entsteht in Braunschweig: St. Leonhard soll das erste integrative Stadtviertel werden. „Es wird bundesweit Beachtung finden“, ist Richard Borek sicher. Seine Stiftung plant ein soziales und architektonisches Leuchtturmprojekt.

Der Kern ist das generationsübergreifende Wohnen, Arbeiten, Lernen und Leben für und mit Menschen mit unterschiedlichen Hilfebedarfen.
Das Areal zwischen Leonhardplatz und Leonhardstraße ist seit Jahren vernachlässigt und nicht besonders ansehnlich. In der Öffentlichkeit werden in erster Linie die beiden ehemaligen Stallscheunen entlang der Leonhardstraße wahrgenommen.
Diese werden denkmalgerecht saniert und in das Quartier integriert. Sie sollen später einen Kultursaal und ein Café sowie Räume für Tagesförderung, Behinderten-Werkstätten und Fitness beherbergen. Abgerissen werden dagegen die Ruine der nördlich gelegenen früheren Reithalle und der südlich gelegene einstige Pferdestall. Auf dem knapp 15 000 Quadratmeter großen Areal entstehen fünf neue Häuser. Den Blickfang an der Kreuzung Leonhardstraße/Leonhardplatz bildet ein sechsgeschossiges markantes Eckhaus. Die neuen Bauten im Inneren des Viertels werden dreigeschossig.

In den neuen Gebäuden werden unter anderem Wohnungen für Menschen mit Behinderung und für Senioren, Räume für einen „International Kindergarden“ und ein Internat, für eine Fachambulanz und eine Tagesklinik sowie für eine Diakoniestation und Arztpraxen geschaffen. Nutzer sind unter anderen das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) Braunschweig, die Evangelische Stiftung Neuerkerode und die Borek Immobilien GmbH. Das Konzept des Büros Feddersen Architekten (Berlin) sieht die Schaffung mehrerer schön gestalteter Höfe und Plätze vor, die allen Bewohnern, Nutzern und Gästen offen stehen. Ebenso werden alle Einrichtungen offen für alle Menschen sein. Das Investitionsvolumen beträgt 35 Millionen Euro.

Die Idee für das integrative Stadtviertel stammt von Ursula Hellert, Gesamtleiterin des CJD Braunschweig. Die ersten Gespräche zwischen ihr und Richard Borek wurden 2009 geführt. Damals war es eine Vision „und eine große Herausforderung. Aber genau das reizt uns“, betonte Borek. „Hier treffen Denkmalschutz und neue Architektur aufeinander“, sagte Heinz-Georg Leuer. Der Stadtbaurat sei froh, dass damit neben dem Brawo-Park und dem geplanten Hotelneubau an der Stadthalle das Umfeld um den Hauptbahnhof attraktiver werde.

Das Areal ist von enormer historischer Bedeutung. Im 16. Jahrhundert diente es als Siechenhospital. An diese ursprüngliche, mittelalterliche soziale Nutzung werde nun wieder angeknüpft. „Zum Gesamtquartier gehört die St. Leonhard-Kapelle aus dem zwölften Jahrhundert – nach dem Dom zweitältestes noch erhaltenes Bauwerk Braunschweigs. Mit dem ehemaligen Verwalterhaus, heute Teil der Hans-Georg-Karg-Grundschule, gibt es ein weiteres denkmalgeschütztes Gebäude im Viertel“, erklärte der städtische Leiter Denkmalpflege Klaus Hornung.

Am 2. Dezember wird das Vorhaben dem Stadtbezirksrat Viewegsgarten-Bebelhof und am 9. Dezember dem Planungs- und Umweltausschuss des Rates vorgestellt.
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1 Kommentar
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Jenny Linakova aus Windhausen | 03.02.2016 | 10:28  
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