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Neue Firmen – neue Chancen

MIT: Mehr Werbung für Forschungsstandort.

Von Marion Korth, 10.01.2017.

Braunschweig. Die politische Großwetterlage wird von Braunschweigs Mittelstand aufmerksam beobachtet. Überall ist zu sehen, wie Nationen sich wieder mehr auf sich besinnen, sich abschotten. „Die Kleinstaaterei ist nicht unsere Denkweise, wir brauchen die EU“, betont deshalb Sabine Kleinke, Landesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU in Braunschweig bei der Jahrespressekonferenz.

Auch Unternehmerin Renate Hübner warnt vor „einem Rückschritt“. Erst kürzlich hatte sie in einem historischen Roman als Randnotiz von den Zollstationen praktisch hinter jeder Wegbiegung gelesen – selbst in größerem Maßstab gedacht eine Horrorvorstellung für den exportorientierten Mittelstand. Auch der Euro habe sich für die heimische Wirtschaft bewährt.

„Die Wirtschaft hält den Laden Bundesrepublik am Laufen“, bringt es Unternehmer Oliver Schatta salopp auf den Punkt. Gemeinsam statt „klein, klein“ – diese Einstellung hält die Mittelständler zusammen, auch wenn sie es eigentlich gewohnt sind, allein zu wirtschaften und zu entscheiden. Nur etwa die Hälfte der MIT-Mitglieder seien gleichzeitig auch Mitglieder der CDU, sie alle vereine der Gedanke, ihre Forderungen und Vorstellungen in die CDU und allgemein in die Politik zu tragen. Kleinke: „Wir verstehen uns als Sprachrohr in Partei und Politik hinein – nicht umgekehrt.“ Die Flexirente, die es Arbeitnehmern ermöglicht, länger im Beruf zu bleiben, womit sie den Betrieben länger als Facharbeiter erhalten bleiben, gehe auf einen Antrag der MIT zurück, nannte sie ein Beispiel.
Auch wenn es um die berufliche Integration von Flüchtlingen geht, würden hohe Erwartungen an den Mittelstand gestellt. Generell kein Problem, meint Schatta, aber: „Wir brauchen Unterstützung, um Flüchtlingen beim Spracherwerb zu helfen.“ Was für angehende Studenten eine Selbstverständlichkeit sei, nämlich bezahlte hochqualifizierende Sprachkurse, sollen Handwerk und Mittelstand allein bewältigen, das aber funktioniere nicht.

Als echten Pluspunkt sieht die MIT Braunschweigs „großes Gründungspotenzial“. Der Blumenversand Flora Prima in Wendeburg – eine Ostfaliaausgründung – sei mittlerweile der größte Gewerbesteuerzahler in dem benachbarten Ort. Die Zusammenarbeit mit TU und Ostfalia und die Kontakte zwischen Start-ups und eingesessenen Unternehmen will die MIT vertiefen, verweist auf die erfolgreichen Bemühungen der MIT um das Torhaus in der Wendenstraße, das sich als Gründertreffpunkt etabliert hat. Zweites Ziel: Braunschweig als Hightech-Standort stärken. „Bei Forschung und Patenten sind wir top“, sagt Kleinke. Es hapere jedoch daran, aus den Entwicklungen auch Geld zu machen. Und es hapert an der Außendarstellung, die den Status der Stadt als Forschungs- und Hightechhochburg sichtbar macht. Sicher nicht in Form einer Rakete auf dem Burgplatz, scherzt Kleinke, aber dennoch deutlich. Derzeit werde über ein Konzept nachgedacht.

Egal, ob etabliert oder neu gegründet: Unternehmen brauchen Raum, um sich zu entwickeln. Die Bemühungen um ein interkommunales Gewerbegebiet zwischen Braunschweig und Salzgitter begrüßt die MIT deshalb ausdrücklich und fordert in diesem Bereich weitere Anstrengungen – nicht zuletzt, um der Abhängigkeit von einigen wenigen großen Gewerbesteuerzahlern zu entgehen.
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