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Neubau statt Totalsanierung?

Wilhelm-Bracke-Gesamtschule in marodem Zustand – Sanierungskosten nicht abzuschätzen

Von Martina Jurk

Braunschweig. Die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule in der Weststadt ist so marode, dass selbst eine Totalsanierung möglicherweise keinen Sinn macht. Die Verwaltung prüft jetzt, ob ein Neubau an anderer Stelle wirtschaftlicher wäre.

Der Gebäudekomplex war bislang mit rund 20 Millionen Euro im Schulsanierungsprogramm der Stadt auf PPP (öffentlich-private Partnerschaft)-Basis enthalten. „Bei den Detailuntersuchungen hat sich herausgestellt, dass der Zustand der Dächer, Fassaden und des Brandschutzes so schlecht ist, dass die Sanierungskosten nicht abzuschätzen sind. Und das ist ganz besonders kritisch“, sagte Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink gestern. Egal wie die Entscheidung ausfallen werde – ob Neubau oder Sanierung – „vor Ablauf eines Jahres ist kein Startschuss denkbar“, meinte Zwafelink. Wo die 1300 Schüler bei einer Totalsanierung „zwischengeparkt“ werden sollen, ist noch unklar.
Der Gebäudekomplex der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule ist 34 Jahre alt – ein architektonisch junges Zeitalter. „In den 70er Jahren ist anders gebaut worden als vor hundert Jahren“, sagte der Stadtbaurat. Die Fassade beispielsweise bestehe aus einer Stahlblechverkleidung mit einer nur acht Zentimeter dicken Dämmung, die Trapezbleche auf dem Dach heizten sich im Sommer auf, würden sich dehnen und Risse bilden, durch die dann Regen eindringen könne. Frischluft müsse teuer mit Strom über eine überalterte Lüftungsanlage herbeigeführt werden. Schlechte Wärmedämmung führe zu hohen Energiekosten.
26,8 Millionen Euro vorläufige Sanierungskosten seien wirtschaftlich fragwürdig. Der Oberbürgermeister werde dem Verwaltungsausschuss vorschlagen, die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule aus dem 70-Millionen-Euro schweren PPP-Programm heraus zu nehmen. Stattdessen sollen zwei andere Schulen aufgenommen werden. Die Entscheidung darüber müsse der Verwaltungsausschuss fällen, wenn er Mitte September über die Ausschreibung des PPP-Programms insgesamt entscheidet.
Ein Neubau koste einschließlich Abriss und Zwischenlösungen grob geschätzt zwar rund 34 Millionen Euro, über 25 Jahre würden sich aber bei den laufenden Kosten, die Betriebskosten, Zinsen und Tilgung umfassen, Einsparungen zwischen elf und zwölf Millionen Euro ergeben. Derzeit sucht die Bauverwaltung nach einem geeigneten Grundstück für einen Neubau. „Komplikationsfrei erschließbar und leicht an den Öffentlichen Personennahverkehr anzubinden“, nannte Zwafelink die Anforderungen.
Als Grundlage für die Kostenschätzung habe die Stadtverwaltung ein Raumprogramm (Größe und Anzahl der Klassenzimmer, der Flure) für den Neubau erarbeitet, das sich an den pädagogischen Konzepten der zuletzt errichteten Gesamtschulen orientiert und noch intensiv mit der Schule beraten werden müsse, erklärte Thomas Schebesta, Leiter des Fachbereichs Schule und Sport.
Geprüft werden sollen beide Konzepte. „Wenn sich extreme Mehrkosten andeuten oder sich Standortprobleme ergeben, bleibt es bei der Totalsanierung“, stellte Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink klar.
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