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Nachhilfe am Straßenrand

Was ist auf Fahrradstraßen erlaubt, was nicht?

Von Marion Korth, 17.03.2010

Braunschweig. Rund 13 Kilometer ausgewiesene Fahrradstraßen gibt es in der Stadt. „Aber kein Mensch weiß, was er darf und was nicht“, sagt Ines Fricke vom Präventionsteam der Polizei. Plakate geben Nachhilfeunterricht.

Die Unsicherheit ist auf beiden Seiten groß: bei Rad- und bei Autofahrern. Wer hat Vorfahrt? Gilt vielleicht ein Tempolimit? Fragen über Fragen. Die Antworten stehen auf den Plakaten, von denen Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, kurz ADFC, 100 an den entsprechenden Straßen angebracht haben oder noch anbringen wollen. Unterstützt wird die Aktion von der Stadt und dem Werbeunternehmen Ströer.
Unfälle hat es auf den Fahrradstraßen bislang nicht gegeben, und dabei soll es bleiben. „Jeder dritte Schwerverletzte bei Unfällen ist ein Fahrradfahrer“, sagt Wolfgang Klages, Pressesprecher der Polizei. Deshalb ziehen seine Kollegen und der ADFC bei dieser Aktion an einem Strang. Das Ziel: Mehr Sicherheit und eine fahrradfreundliche Stadt.
Vor eineinhalb Jahren sind die ersten Fahrradstraßen im Univiertel ausgewiesen worden. Doch die Schilder allein bringen wenig. In die Parkstraße sind die Autofahrer – verbotenerweise – weiterhin einfach hineingefahren. „Wir haben jetzt einseitig wieder das Einbahnstraßenschild aufgestellt, um Klarheit zu schaffen“, berichtet Polizist Michael Schlutow.
„Es dauert einfach eine Weile, bis die Verkehrsregeln bei allen angekommen sind“, sagt ADFC-Vorsitzender Dr. Jens Schütte. Die Plakate sollen helfen, besonders auch Auswärtige mit den Regeln vertraut zu machen. Trotzdem: Die Fahrradstraßen sind eine gute Sache. „Es ist wichtig, dass sie als Routen angelegt sind“, sagt Schütte. Auf der Achse Adolfstraße, Parkstraße, Kasernenstraße sind seiner Meinung nach heute deutlich mehr Radfahrer unterwegs als früher. Eine sinnvolle und sichere Alternative zum vielbefahrenen Ring wünschen sich die ADFC-Mitglieder. Generell bewähre es sich, wenn sich Auto- und Radfahrer eine Fahrbahn teilen und sich gegenseitig sehen können. Immer wieder passieren Unfälle, weil beim Abbiegen kreuzende Radfahrer auf dem Radweg nicht oder zu spät wahrgenommen würden. Dagegen helfen auch optisch abgegrenzte Fahrradspuren auf den Straßen, so wie sie aktuell auf dem Mittelweg geplant seien. „Fahrradfahrer machen einen Anteil von rund 16 Prozent aus“, sagt Sabine Kluth (ADFC). Das sei steigerungsfähig.
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