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Nachgehakt: Läuft alles rund?

Stellten die Fragebögen vor (v.l.): Lysander Berg (Stadtschülerrat), Sara Gödecke (CTC-Koordinierungsstelle), Matthias Fricke (Rektor Realschule Georg-Eckert-Straße), Dr. Andrea Hanke (Sozialdezernentin), Ralf Gebhardt (Stadtelternrat) und Monika Schlegel (städtische Jugendreferentin). bw

Verwaltung befragt 7000 Jugendliche aller Schulformen.

Von Birgit Wiefel, 06.09.2017.

Braunschweig. Wie geht es Jugendlichen in Braunschweig? Läuft alles rund oder sind sie Opfer von Mobbing, haben sie ein gutes Verhältnis zu den Eltern oder gibt es zu Hause oft Krach? Um das herauszufinden, hat die Stadt eine der größten Schülerbefragungen der vergangenen Jahre gestartet.

Bis Ende September füllen – das Einverständnis der Eltern vorausgesetzt – rund 7000 Jugendliche der siebten, neunten und elften Klassen einen umfangreichen und anonymen Fragebogen aus, der alle Lebensbereiche – Freunde, Schule, Familie und das eigenen Quartier – abdeckt. „Wir erhoffen uns dadurch, ein möglichst genaues Bild und die Chance, Hilfen gezielter einsetzen zu können“, erläutert Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke.
Braunschweig ist damit kein Vorreiter, aber doch mutig: Noch nie wurde in einer niedersächsischen Stadt dieser Größe flächendeckend befragt. 30 Schulen, vom Gymnasiums bis zur Hauptschule, sind mit im Boot, ebenso der Stadteltern- und der Stadtschülerrat.

Der Fragebogen, der jetzt an die Schüler verteilt wird, ist Teil der Präventionsstrategie „Communities that care“ (CTC), die in den 80er Jahren in den USA entwickelt wurde, wissenschaftlich evaluiert ist und mittlerweile auch in Niedersachsen umgesetzt wird. Die Idee dahinter: Nicht mit der Gießkanne zu fördern, sondern Hilfen dem Bedarf anzupassen und mehr darüber herauszufinden, was im Einzelnen dem Lernen und dem Schulerfolg entgegensteht.
Die Daten erlauben sowohl eine Auswertung bezogen auf die Stadtteile als auch auf die Schulen. Die Ergebnisse werden diesen auch zur Verfügung gestellt, „ein Ranking wird es aber nicht geben“, betont die Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke.
Zwei Probeläufe hatte es im Vorfeld schon gegeben, „unter anderem, um zu sehen, ob die Fragen leicht verständlich sind oder vielleicht doch zu bürokratisch formuliert“, berichtet Sara Gödecke von der CTC-Koordinierungsstelle Braunschweig. Ihre Sorge war unbegründet: Schüler der Hauptschule Pestalozzistraße und der Georg-Eckert-Realschule beantworteten alle Fragen mit Interesse. „Die Kinder sind sehr offen mit den Themen umgegangen“, ist Matthias Fricke, Rektor der Georg-Eckert-Realschule, zufrieden. Die Universität Hildesheim wird die Bögen im Anschluss auswerten und an das EO-Institut Berlin für einen abschließenden Bericht weitergeben. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Anfang 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt.
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