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Nach Unfall: Die Arbeit beginnt

Verkehrssicherheitsberater wird eingeschaltet.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 18.12.2011.

Braunschweig. Ein externer Verkehrssicherheitsberater soll jetzt der Verwaltung helfen, die Gefahren für Fußgänger am Bahnübergang Steinriedendamm in Kralenriede zu verringern.

Im Februar war ein Zehnjähriger beim Überqueren der Gleise vom Zug erfasst und getötet worden, vor wenigen Wochen starb ein 43-Jähriger an der gleichen Stelle.
In der jüngsten Ratssitzung gab es jede Menge Vorschläge zur Erhöhung der Sicherheit, diese sind an die Verwaltung übergeben worden, mit der Aufgabe, daraus sinnvolle Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Alle Vorschläge seien bereits gesichtet und am Freitag an das Eisenbahnbundesamt gemailt worden, sagt Stadtbaurätin Maren Sommer. Gleichzeitig ging auch ein Schreiben an die Polizei raus: „Wir wollen das Problem in der Verkehrsunfall-Kommission gemeinsam angehen“, sagt Stadtbaurätin Maren Sommer, „und wir werden auch einen externen Verkehrssicherheitsberater hinzuziehen.“
„Eigentlich dürfte es gar keine unbeschrankten Bahnübergänge im Stadtgebiet mehr geben“, sagt CDU-Ratsherr Reinhard Manlik, „das ist absolut nicht zeitgemäß. Aber leider rechtmäßig.“ „Gesetzlich sind unbeschrankte Bahnübergänge bis zu einer Zuggeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern erlaubt“, sagt Ratsherr Manlik. „Unsachgemäßes Verhalten wird allerdings auch durch eine Schrankenanlage nicht ausgeschlossen“, betont Maren Sommer. Zurzeit warnt ein provisorisches Rotlicht Autofahrer und Fußgänger in Kralenriede vor herannahenden Zügen. Außerdem müssen die Zugführer eine Warnpfeife auslösen. Das jüngste Opfer, der 43-jährige Mann, der erst vor Kurzem aus Serbien in das in der Nähe liegende Asylbewerberheim gezogen war, hatte diese Warnungen offensichtlich missachtet. Der zehnjährige Junge aber hatte keine Warnung; die provisorische Ampel war defekt. Auch er gehörte zu einer Asylbewerberfamilie.
Alle Fraktionen haben am Dienstag im Rat schnelles Handeln gefordert und stimmten dem Vorschlag zu, das Problem in die Verkehrs-Unfall-Kommission zu bringen. Als eine erste Sicherheitsmaßnahme schlägt Reinhard Manlik eine Gitterlösung vor, „wie sie beispielsweise häufig vor Schulen eingerichtet wird. „Das würde die Menschen daran hindern, einfach geradeaus auf die Schienen zu laufen.“ Auch müssten Büsche und Bäume beschnitten werden, „denn Kinder können häufig gar nicht drüber schauen, die Sichtachsen müssen verbessert werden. Und das kann sehr schnell passieren.“
Eine neue Ampel soll nach Auskunft von Maren Sommer Mitte Januar den Betrieb aufnehmen. „Bei der Schrankenanlage wirken wir so gut es geht auf die Bahn ein und versuchen, den Prozess zu beschleunigen“, sagt Sommer.
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