Anzeige

Mit neuer Schule will Stadt neue Wege gehen

Vorschlag der Verwaltung: Nibelungen soll Wilhelm-Bracke-Gesamtschule im Passivhausstandard bauen – Architekturwettbewerb.

Braunschweig (m), 01.05.2011.

Die Nibelungen Wohnbaugesellschaft (NiWo) soll für 34,6 Millionen Euro die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule im Passivhausstandard neu bauen.

Dafür wird noch in diesem Jahr ein Architektenwettbewerb gestartet. Die Schule soll nach einer Bauzeit von etwa zwei Jahren Ende 2014 fertig sein.
Einen entsprechenden Vorschlag hat die Verwaltung am Freitag an die Ratsgremien versandt. Der Rat entscheidet darüber am 31. Mai. „Erstmalig wird ein städtisches Gebäude im Passivhausstandard errichtet“, sagte Finanzdezernent Ulrich Stegemann. „Damit sind wir eine der ersten Kommunen deutschlandweit, die ein solches Projekt angehen, das weit über die Vorgaben der derzeit geltenden Wärmeschutzverordnung hinausgeht und leisten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.“ Dies sei auch ein Signal an die Schüler, dass die Stadt um Nachhaltigkeit bemüht ist. Zum Passivhausstandard gehöre unter anderem eine sehr gute Dämmung in Verbindung mit einer Lüftungsanlage mit effizienter Wärmerückgewinnung. Dies kostet etwa drei Millionen mehr, so Stegemann. Über eine Laufzeit von etwa 25 Jahren werde sich der Betrag aber über die Betriebskosten amortisieren. „So wie die Energiepreise derzeit steigen, scheint es mir sehr gut möglich, dass es sogar schneller geht.“
In einer ersten Stellungnahme haben die Grünen den Vorschlag begrüßt. „Es hat sich offenbar endlich die Einsicht durchgesetzt, dass umweltgerechtes Bauen auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll ist. Dass darüber hinaus auch der Irrweg des PPP-Modells verlassen wird, ist besonders erfreulich“, heißt es in einer Mitteilung. Die Linke ist auch für den umweltfreundlichen Bau, sieht aber das Finanzierungsmodell über 25 Jahre und die Übertragung auf die Niwo kritisch. Das führe zu einer neuen verdeckten Verschuldung, mit der zukünftige Generationen belastet werden.
Der Vorschlag sieht vor, dass die NiWo das neu errichtete Schulgebäude für zunächst 25 Jahre an die Stadt vermietet. Dafür erhält das Unternehmen eine Miete von der Stadt, deren Höhe noch ermittelt wird. In dieser Zeit ist die NiWo für die Instandhaltung des neuen Gebäudes und der bereits bestehenden Sporthalle zuständig. Die Bewirtschaftung der Schule (zum Beispiel Hausmeisterdienst, Reinigung) bleibt bei der Stadtverwaltung.
Grundlage für dieses Projekt wird ein Erbbaurechtsvertrag sein, mit dem die Stadt der NiWo das Grundstück mit einer Fläche von 28 838 Quadratmetern für zunächst 25 Jahre überlässt. Auf einen Erbbauzins wird verzichtet. Im Anschluss an die Laufzeit erhält die Stadt Grundstück und das dann vollständig bezahlte Schulgebäude zurück.
Weiterhin wird die NiWo bis voraussichtlich 2017 etwa 200 altengerechte Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit Ausstattungen zur Gesundheitstechnik auf dem Gelände bauen. Der Platz dafür wird frei, wenn Ende 2014 das neue Gebäude bezogen und das alte abgetragen werden kann. Das Baugrundstück wird der Gesellschaft im Wege einer Kapitaleinlage übertragen.
„Der Vorschlag, das Schulgebäude durch die NiWo errichten und unterhalten zu lassen, bietet eine Reihe von Vorteilen“, erläuterte Stegemann. „Wir packen umgehend eine Großinvestition an und beheben einen baulichen Missstand. Es entsteht ein ansprechendes Schulgebäude nach zeitgemäßen architektonischen, funktionalen und ökologischen Standards. Dafür wird ein hoher Millionenbetrag investiert, den wir selbst organisatorisch so schnell nicht umsetzen könnten.“
Stegemann weiter: „Die Niwo, ein erfahrener Immobilienpartner der Stadt, kann sich auf einem für sie neuen Geschäftsfeld etablieren, was Modellcharakter für ihre Zukunft im Konzern haben kann.“ Für die NiWo amortisiere sich die Investition über die Laufzeit. Für die neue Aufgabe werde der Gesellschaftszweck des Unternehmens im Gesellschaftervertrag entsprechend angepasst. „Mit dem Bau von seniorengerechten Wohnungen entsteht zugleich ein neues, attraktives Angebot, das auch der demographischen Entwicklung Rechnung trägt.“
Die Verwaltung habe sich entschlossen, mit der Beauftragung der NiWo einen „dritten Weg“ zu wählen neben der Eigenerledigung und der Abwicklung durch eine Öffentlich-Private Partnerschaft (PPP), wie sie jetzt für neun Schulen und drei Kitas auf den Weg gebracht wird. Gegen die Eigenerledigung durch den städtischen Fachbereich Hochbau und Gebäudemanagement spreche, dass dieser zurzeit insbesondere mit dem aufgestockten Schulsanierungsprogramm stark beansprucht sei.
Nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung Deloitte & Touche werde davon ausgegangen, dass die Umsetzung des Projekts durch die NiWo rund 830 000 Euro günstiger wäre. Dies entspricht einem Kostenvorteil von 2,09 Prozent. Effizienzvorteile würden vor allem im Bereich der Baunebenkosten erwartet.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.