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„Mit Neubauten allein ist es nicht getan“

Wie lässt sich die Schullandschaft am besten weiterentwickeln? Michael Eberle (Fachbereich Schule), Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke und Eva Bender (Fachbereich Schule) stellten den Vorschlag der Verwaltung vor. Foto: Birgit Leute

Stadt will Schullandschaft in einem Beteiligungsprozess weiterentwickeln – Druck ist groß.

Von Birgit Leute, 20.05.2017.

Braunschweig. Das Thema ist nicht neu, doch jetzt wird es ernst: Bis November soll die Schulentwicklungsplanung für die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in trockenen Tüchern sein. Am Freitag stellte Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke den ehrgeizigen Fahrplan vor.

„Wir wollen in einem offenen Dialog entscheiden, wie die Braunschweiger Schullandschaft einmal aussehen soll. Dazu werden Eltern, Lehrer, Schüler und Ratsfraktionen in einem großen Beteiligungsprozess mit eingebunden“, sagte Hanke.

Noch vor den Sommerferien soll es für verschiedene Zielgruppen Informationsveranstaltungen geben, nach den Ferien sind dann öffentliche Veranstaltungen geplant, die sich um die Schwerpunkte Ganztagsbetreuung, wachsende Schülerzahlen, Inklusion und Schulformen drehen.
Der Druck ist riesig: Die Gymnasien platzen mittlerweile aus allen Nähten. „Wenn die Schüler nicht irgendwann in Baracken untergebracht werden sollen, müssen wir handeln“, sagte Hanke. Grund für die Raumnot sind wachsende Schülerzahlen – nicht nur an den Gymnasien, sondern auch an den Grundschulen. Braunschweig sei eine Boomtown, bringt es Michael Eberle vom Fachbereich Schule auf den Punkt. Bereits heute sei absehbar, dass es 2030 rund 1000 bis 1500 Schüler mehr an Grund- und weiterführenden Schulen gibt.

„Die Rückkehr zum G9 trägt ebenfalls dazu bei, dass die Schülerzahlen in den nächsten Jahren sprunghaft steigen“, so Eberle. Auch das Thema sechste IGS wird wieder aufs Tapet kommen, denn bei einer Elternbefragung von Grundschülern im vergangenen Jahr stellte sich heraus, dass eine große Anzahl die Einrichtung einer weiteren IGS und keine Wartelisten mehr wünscht. „Mit Neubauten allein wird man das Problem allerdings nicht lösen können“, sagte Hanke, die deshalb auch die Diskussion anstoßen möchte, wie man Schülerströme künftig anders lenken und Schulen damit besser auslasten kann.

Viel Stoff für Diskussionen also, doch die Dezernentin ist sicher, mit dem Beteiligungsprozess den richtigen Weg einzuschlagen. „Eltern sind die Experten für den schulischen Werdegang ihrer Kinder. Wir nehmen ihre Meinung ernst und versuchen, die Anregungen bei unseren Planungen zu berücksichtigen.“ Am 20. Juni wird der Rat über den Beteiligungsprozess entscheiden, am 7. November stimmt er dann über den genauen Themenkatalog und die Schritte ab.
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