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Mit Fokus auf das Einzelschicksal

45 Schüler aus den Geschichtsleistungskursen des Gymnasiums Neue Oberschule lasen aus autobiografischen Schriften von Holocaustüberlebenden. Foto: André Pause

Das Gymnasium Neue Oberschule veranstaltete einen Leseabend am Holocaustgedenktag.

Von André Pause, 29.01.2014.

Braunschweig. Am vergangenen Montag jährte sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 69. Mal. Um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken, veranstaltete das Gymnasium Neue Oberschule erstmals einen Leseabend.

Seit 1996 ist der 27. Januar als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gesetzlich verankert. „Bereits 2011 haben wir auf der Fachkonferenz beschlossen, hier etwas zu machen“, sagte Schulleiter Marten Kohfahl. „Das ist nun das erste Mal, dass wir die Schüler der beiden Geschichtsleistungskurse des zwölften Jahrgangs aktiv beteiligen.“
Insgesamt 45 Schüler lasen in zehn Gruppen und zwei Lesereihen aus autobiografischen Schriften von holocaustüberlebenden Autoren, wie Francine Christophe, Charlotte Delbo, Imre Kertez, Marcel Reich-Ranicki oder Pierra Sonnino.

Seit Weihnachten haben sich die Schüler auf die halbstündigen Präsentationen des Abends vorbereitet, sich die jeweiligen Bücher gekauft und studiert. Sie finden es wichtig, dass es eine Gedenkkultur gibt. „Die Texte beschreiben eindrücklich die Umstände, mit denen die Menschen im KZ zu kämpfen hatten“, sagt Fabian Fischer (18). Im Unterricht selbst würde das Abitur-Pflichtthema Nationalsozialismus eher anhand von Zahlen und generellen Strömungen der NS-Zeit behandelt. Einzelschicksale hätten da keinen Platz, meint sein gleichaltriger Mitstreiter Soeren Pietsch.

Eröffnet wurde der Abend von Dr. Thomas Kubetzky vom Historischen Seminar der Technischen Universität Braunschweig. Er begrüßte die Form der konkretisierten Erinnerung. Die Texte seien eine unverzichtbare Quelle für das Verständnis des Lagerkosmos und dienten als Brücke in die Vergangenheit. Zugleich verwies er darauf, dass die Bedeutung der Selbstzeugnisse mit der sinkenden Zahl an Zeitzeugen weiter zunehmen werde.
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