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Missstände in der Notaufnahme

Diesen offenen Brief schickte Silvia Ohlendorf an die Braunschweiger Zeitung und die Fraktionen im Rat.
Ich kann mir nicht erklären, warum die BZ diesen wichtigen Tatsachenbericht nicht veröffentlicht hat? Daher tue ich dies jetzt in Absprache mit Frau Silvia Ohlendorf.
Susanne Schmedt



"Offener Brief Silvia Ohlendorf

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich heute mit diesem Brief an Sie, um auf Missstände in der Notaufnahme des Krankenhauses Salzdahlumer Straße aufmerksam zu machen.

Am Dienstag, den 05.04.2016 wurde mein 81-jähriger Vater, nach einem Besuch bei seiner Hausärztin, direkt aus deren Praxis per Krankentransport in die Notaufnahme des Städtischen Klinikums Salzdahlumer Straße in Braunschweig gebracht.
Nun sollte man meinen, Notfälle hätten eine gewisse Dringlichkeit. Wir wurden jedoch leider eines besseren belehrt.

Ab 13.30 Uhr war mein Vater in der Klinik.
Als ihm mein Lebensgefährte und ich Sachen zum Anziehen und seine Medikamente brachten, hatte noch kein Arzt mit ihm gesprochen. Da war es 16.30 Uhr!
Um 17.30 Uhr habe ich dann erstmals nach einem Arzt gefragt. Das dauert noch bekam ich als Antwort. Da mein Vater unter Inkontinenz leidet, war seine Hose mittlerweile klatschnass, sodass ich erst mal einen Pfleger um Hilfe bat. Wohlgemerkt diesen Dinge musste ich machen Personal war offenbar nicht oder nicht ausreichend vor Ort oder fühlte sich nicht zuständig!
Um 19.30 Uhr fragte ich zum 2. Mal nach einem Arzt; wieder vergeblich. Essen und Trinken hatte mein Vater bis dahin nicht bekommen, weil er erst untersucht werden sollte. Vorher dürfte er nichts zu sich nehmen hieß es. Vom Kontakt mit seiner Schwester mal ganz zu schweigen. Aber immerhin gab es die Auskunft, dass noch 2 Patienten vor meinem Vater an die Reihe kämen.
Gegen 21.30 Uhr frage ich das 3. Mal nach einem Arzt. Da mein Vater Blutverdünner einnehmen muss, unter Herzrhytmusstörungen und Inkontinenz leidet und zudem 10-fach erhöhte Entzündungswerte aufwies, betätigten wir den Notknopf. Dieser funktionierte jedoch nicht! Eine herbeigerufene Schwester reparierte diesen dann.
Um 22.30 Uhr erhielt mein Vater dann wenigstens Essen und Trinken ohne Untersuchung !
Um 23.15 Uhr fragte ich ein weiteres mal nach einem Arzt und erhielt die Antwort: "Wenn es ihnen nicht gut geht, müssen sie halt nach hause fahren. Danach geht es hier nicht!"
Ich ließ die Medikamente und meine Telefonnummer bei meinem Vater und verlies die Klinik, völlig entnervt um 23.30 Uhr, ohne dass auch nur einmal ein Arzt nach ihm gesehen hat.
Wohlgemerkt: Es handelt sich um einen Zeitraum von 10 Stunden in einer Notaufnahme.
Dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt zeigt das Schicksal des Herren, der mit meinem Vater im selben Zimmer lag: Auch dieser bekam weder Essen noch Trinken und auch keinen Arzt zu Gesicht. Allerdings war er an mehrere Geräte angeschlossen. Diese nam sich der Herr selbstständig ab, worauf ein Alarm ausgelöst wurde. Danach dauerte es noch über 30 Minuten, bis sich eine Schwester einfand.

Ich bin der Meinung, dass so etwas in unseren Krankenhäusern nicht passieren darf. Erst recht nicht in Notaufnahmen.

Mit freundlichen Grüßen
eine entsetzte
Silvia Ohlendorf

Braunschweig, den 06.05.2016

Verteiler:
Leitung des KH Salzdahlumer Straße
Braunschweiger Zeitung
Rat der Stadt Braunschweig, hier:
Fraktionen der CDU, Grüne, SPD
Abgeordnete der BiBS, Die Linke, Piraten"
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