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Merkel: „Ich fahre gerne Golf“

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach auf dem Burgplatz und sparte nicht mit Schmeicheleien

Von Birgit Leute

Braunschweig. „Angie, Angie“. Mit Jubelrufen und viel Applaus wurde Angela Merkel gestern auf dem Burgplatz begrüßt. Bei strahlendem Wetter sprach die Bundeskanzlerin auf einer Wahlkundgebung der CDU.

2000 Zuschauer waren gekommen, um Merkel zu sehen, hunderte hielten Plakate mit „Angie“ und „Wir“ in die Höhe, dem Wahlkampfslogan der CDU.
Sie erlebten eine energische und auch nach fünfwöchigem Wahlkampfmarathon fit wirkende Kanzlerin, die bereitwillig über ihre Alltagsprobleme als Promi plauderte und der Region schmeichelte („Ich persönlich fahre gerne Golf“), bevor sie zum Großangriff auf die SPD und die Linke ansetzte.
„Chaotisch“, „unglaubwürdig“: Merkel ließ in ihrer gestrigen Rede kein gutes Haar an dem Noch-Koalitionspartner SPD.Acht Tage vor der Bundestagswahl fuhr die Kanzlerin noch einmal alle Geschütze auf. „Mit uns gibt es stabile, klare Verhältnisse, kein Chaos wie im Saarland und in Thüringen“, mokierte sie sich über die Ergebnisse der jüngsten Landtagswahlen.
Gelächter im Publikum und Beifall von den eingefleischten „Angie“-Anhänger in der ersten Reihe. Auch Hans-Joachim Gattermann klatscht, als Merkel der großen Koalition eine Absage erteilt: „Mit uns wird es die nicht wieder geben.“ Gattermann und seine Frau sind CDU-Mitglieder und freuen sich, dass Merkel nach Braunschweig gekommen ist. „Wir müssen sie doch unterstützen“, sagt der Braunschweiger fest.
Weiter hinten geht es an diesem Vormittag weniger friedlich zu. Trotz Absperrung und akribischer Sicherheitskontrollen haben es rund 100 Atomkraftgegner geschafft, Banner mit der Aufschrift „Schwarzgelb – Atomalarm“ zu entrollen. Das Kampagnennetzwerk Compact hatte im Internet zu einem Flashmob aufgerufen. Mit „Buh“-Rufen versuchen sie und Mitglieder der Piraten-Partei die Veranstalter aus dem Konzept zu bringen, verschwinden aber nach zehn Minuten wieder. „Es ist alles ruhig geblieben“, meldet die Polizei nach der zweistündigen Veranstaltung.
Punkt 12 Uhr verabschiedet sich Merkel. Die Sicherheitsleute des Bundeskriminalamts, die auf den Balkonen von Dom und Landesmuseum postiert waren, ziehen ebenfalls ab. Aus den Lautsprechern ertönt noch „Angie“ von den Rolling Stones, dann ist der Spuk vorbei – der Burgplatz gehört wieder den Bummlern und mittelalterlichen Händlern der Hansetage.
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