Anzeige

Mengenüberprüfung läuft

Von Marion Korth

Braunschweig. „Wir haben alle Unterlagen vom Deponiebetreiber angefordert, die Frist wird in Kürze ablaufen, dann werden wir alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen.“

Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink stellte sich am Dienstagnachmittag in der Ratssitzung den Fragen der Linken zu den Bauschuttablagerungen am Millenniumsgelände. Die genehmigte Höhe sei mit 110 Metern am höchsten Punkt nicht überschritten, betonte Zwafelink. Allerdings sei der Betreiber von den in der Baugenehmigung gemachten Vorgaben zur Modellierung des Geländes abgewichen. Stand der Dinge ist nach Verwaltungsangaben, dass „von einer mehrere 100 000 Kubikmeter großen Abweichung hinsichtlich Höhe und Volumen“ gegenüber der ursprünglich genehmigten Planung auszugehen sei. Genauere Aufschlüsse bezüglich der Mengen erhofft sich Zwafelink auch aus den angeforderten Unterlagen.
„Unter dem Grenzwert“
Sorgen, dass mit dem Schutt Schadstoffe abgelagert worden sind, versuchte die Verwaltung zu widerlegen. Die Wasseruntersuchungen an der Deponie hätten keine Hinweise auf eine generell zunehmende Schwermetallbelastung des Grundwassers, wie die Linke sie unterstellt hatte, gegeben. „Es gibt sogar eine kontinuierliche Verbesserung der Werte“, sagte Zwafelink. Wo dennoch ein einzelnen Messstellen ansteigende Schwermetallwerte festzustellen gewesen seien, so hätten auch diese Werte deutlich unter den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung gelegen. Die Messwerte hätten zu keinem Zeitpunkt Anlass zur Besorgnis gegeben. Die Proben ließen Rückschlüsse über die Schadstoffsituation in der Altdeponie und in der Aufschüttung zu, da Niederschläge, die den Berg durchsickern, mit dem Grundwasser der Altdeponie zusammenfließen und in dieser Mischform untersucht werden.
„Wir haben einer Aufschüttung nur mit unbedenklichem Material zugestimmt und das wurde kontrolliert“, sagte der Stadtbaurat. Es habe danach „geringfügige Korrekturen“ gegeben. Es hätte sich nur um geringe Mengen ungeeigneter Materialien gehandelt. Kommentar dazu aus den Reihen der Zuhörer: „Das ist ungeheuerlich.“
Neuer Antrag denkbar
Die Linke fordert, dass der Bauherr aufgeschüttetes Material so weit wieder abträgt, bis die Höhenvorgaben in der 1995 erteilten Baugenehmigung erreicht seien.
Denkbar ist jedoch auch ein anderer Weg. Stadtbaurat Zwafelink: „Der Deponiebetreiber kann auch einen Initiativ-Antrag stellen.“ Dann müsste nachträglich entschieden werden, ob die Abweichungen dennoch genehmigt werden.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.