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Meine erste Bezirksratssitzung (Stadtbezirk 213) = meine Letzte?

Art. 20 Abs. 1 GG beschreibt Deutschland als einen demokratischen und sozialen Bundesstaat. Abs. 2 hält fest, dass die Staatsgewalt vom Volke aus geht.
Bedeutet dieses, dass die Einwohner von Deutschland zur Wahl gehen dürfen, bestimmten Organen ihre Stimme geben und danach verstummen müssen? Oder sollte man doch auf das konstruktive Miteinander abstellen?

Als Teilnehmerin einer öffentlichen Bezirksratssitzung habe ich nun meine erste Erfahrung gemacht, die ich gerne teilen möchte.

Viele haben bereits über den "Garten der Erinnerung" gelesen. Dieser soll in dem Wohngebiet der ehemaligen Roselieskaserne entstehen. Ein Gedenken an die Opfer in Belgien aus dem 1. Weltkrieg.

Für diesen Garten soll eine große Wiese, die von den Kindern unter anderem als Fußballwiese auserkoren wurde, weichen. Grundsätzlich sind die Anwohner nicht dagegen, doch es ist die Frage des "WIE" und "WO".

Die konkrete Vorstellung der Verwaltung über die Ausgestaltung des "Garten der Erinnerung" sollte in der Bezirksratssitzung mit der Kulturverwaltung und den Anwohner diskutiert werden. So lautete die Einladung.

Es wurden Vorschläge von Anwohner eingereicht, diese jedoch nicht wirklich berücksichtigt. Einziger Kompromiss: der Garten wird 2m enger gefasst und rückt ein bisschen von einer anliegenden Grundstücksgrenze weg.

Unabhängig davon, was ich von diesem "Garten der Erinnerung" halte, wurde ich jedoch "Bauernopfer" des Bezirksrates unseres Stadtbezirkes.

Der zuständige Bezirksbürgermeister unterbrach ständig den Ausführungen der Anwohner, wurde unhöflich, respektlos und sarkastisch. Er versuchte sämtliche Diskussionen zu unterbinden, man solle nur Fragen stellen.
Unterbrach man ihn mal, wurde dieses als persönlicher Angriff gewertet.
Die örtlichen Gegebenheiten waren nicht umfassend bekannt. Haben die Anwohner einen Hinweis auf die fehlerhafte Darstellung gegeben, wurden diese Äußerungen abgewiesen. Die uns zugesprochenen letzten fünf Minuten verbrachte er damit, von seinen Urlaubserlebnissen zu erzählen.

Auch auf die im Anschluss geöffnete Hintertür der Kulturverwaltung, dass diese keinen Unmut stiften wollen würde und sofern der Bezirksrat noch Klärungsbedarf hätte, dieses gerne aufnehmen würde, hat der Bezirksbürgermeister die Meinung der Anwohner ignoriert.

Was mich dermaßen daran ärgert ist, dass sich immer wieder damit profiliert wird, dass Anwohner doch mit einbezogen wurden. Fragt man die Anwohner, wird man gegenteilige Antworten erhalten.

Es wird immer wieder diskutiert, dass unseren Kindern Gutes getan werden muss. Es wird immer wieder diskutiert, dass unsere Kinder vor Medien sitzen, nicht mehr rausgehen und frei spielen.
Es wird immer wieder diskutiert, dass viele Kinder für Aktivitäten gefahren werden müssen und nicht in ihrer Umgebung spielen.

Wir Anwohner haben uns bewusst dafür entschieden in diesem Gebiet unser Haus zu bauen und unsere Kinder dort aufwachsen zu lassen. Unsere Kinder haben die Möglichkeit direkt vor der Tür draußen zu spielen, sich mit Freunden zu treffen, Fußball zu spielen und Vieles mehr.

Die Art und Weise, der Umgangston und die Respektlosigkeit haben mich und viele Teilnehmende doch schon sehr verwundert.
Die Anwohner sind sehr verärgert und stehen dem Bezirksrat nun sehr kritisch gegenüber. Dieses ist sehr schade, denn gerade in einem wachsenden Stadtteil mit sehr viel jungen Familien sollte doch gerade das Miteinander sehr großgeschrieben sein.
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6 Kommentare
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Stefan Wirtz aus Braunschweig - Innenstadt | 14.06.2017 | 10:16  
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Hans-Jürgen Hain aus Braunschweig - Innenstadt | 14.06.2017 | 10:38  
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Wolfgang Bauer aus Braunschweig - Innenstadt | 14.06.2017 | 15:15  
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Meike Ostermeyer aus Südstadt-Rautheim-Mascherode | 14.06.2017 | 15:28  
37
Wolfgang Bauer aus Braunschweig - Innenstadt | 14.06.2017 | 15:36  
779
S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 19.06.2017 | 13:44  
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